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Das Donald Duck - Prinzip
Man muss ihn einfach gern haben, den kleinen Erpel im blauen Matrosenanzug, Donald Duck. Er ist weltberühmt, hat in unzähligen Filmen die Hauptrolle gespielt
und sogar einen Oscar gewonnen aber genützt hat es ihm nichts: Donald Duck ist und bleibt der größte Pechvogel aller Zeiten! Was er auch anpackt alles geht schief. Er ist ständig pleite und muss bei seinem reichen Onkel Dagobert für einen Hungerlohn schuften. Und wenn er dann doch mal ein bisschen Glück hat, zerrinnt es ihm auch gleich wieder zwischen den Schwimmhäuten.
Genau deshalb haben wir ihn gern. Nicht aus Schadenfreude, sondern weil wir uns in seinen kleinen und großen Desastern wieder erkennen und weil wir seine unerschöpfliche Energie bewundern: Immer und immer wieder fängt er von vorne an.
Vielleicht hat Donald Duck mit dazu beigetragen, dass wir in unserer Gesellschaft mittlerweile über Scheitern und Versagen reden können, ohne dabei gleich vor Scham im Erdboden zu versinken.
Früher war etwa eine Entlassung aus dem Job eine absolute Katastrophe, die man versucht hat, möglichst lange zu verbergen, sagt der Personalberater einer Münchener Arbeitsagentur. Das ist jetzt anders. Man kann mit solchen Erfahrungen auch in Vorstellungsgesprächen offensiver umgehen. Das Scheitern als solches wird nicht mehr so kritisch bewertet wie früher.
Ehrlichkeit ist gefragt, viel mehr jedenfalls als die coole aufgeblähte Pose des ewig siegreichen Onkel Dagobert, die einem ohnehin auf Dauer keiner abnimmt.
Interessant wie viele Bücher zu diesem Thema in letzter Zeit erschienen sind, mit Titeln wie Keine Sorge, wird schon schief gehen, oder: Das Donald Duck Prinzip Scheitern als Chance für ein neues Leben.
Ein wesentlich älteres Buch enthält viele Geschichten vom Scheitern und wie man damit umgehen kann: Die Bibel.
Und oft sind es ausgerechnet die großen Helden, die kläglich scheitern an bestimmten Punkten ihrer Karriere: an den eigenen Ansprüchen, den Geboten Gottes oder einfach den Gegebenheiten. Zum Beispiel Mose, der musste ins Ausland fliehen, weil er im Zorn einen Menschen zu Tode geprügelt hatte oder die großen Propheten Jesaja und Jeremia, die mit ihren Mahnungen und Warnungen scheiterten, weil keiner auf sie hören wollte, oder Petrus, der seine Freundschaft mit Jesus leugnete aus Angst, verhaftet zu werden.
Sie alle haben die Erfahrung gemacht: Ich kann ehrlich sein vor mir selbst und vor Gott und zu meinen Niederlagen stehen. Mein Selbstwert muss nicht daran zerbrechen. Mein Wert als Mensch bemisst sich nicht nach meinen Siegen und Niederlagen. Gott steht zu mir, so wie ich bin. So kann ich, wie Donald Duck, immer wieder neu anfangen. Scheitern als Chance für ein neues Leben!
Das heißt aber auch, nach der Bibel: Ich kann, ich soll aus dem Scheitern lernen. Beim nächsten Mal werde ich nicht in dieselbe Falle tappen. Gott steht zu mir, wie ich bin, aber er lässt mich nicht, wie ich bin. Er traut mir zu, dass ichs auch anders kann.
Das wird der gute Donald Duck wohl nie hinkriegen. Der ist auf seine Rolle festgelegt. Du und ich, wir glücklicherweise nicht.
Einspielung: Donald Duck auf dem Jahrmarkt
Das Donald Duck - Prinzip
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