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Ich weiß noch lange nicht alles
Immer mal wieder erwischt es einen. Das kann auf der Fahrt zur Arbeit sein, an der Bushaltestelle oder wenn man im Flugzeug sitzt und dem Flug der Wolken nachschaut:
Man fängt an, über das Leben zu sinnieren.
Musik: Rows and flows of angel hair, and ice cream castles in the air
Fließendes Engelhaar, Luftschlösser aus Eiscreme, Canyons aus Federn, so habe ich Wolken immer betrachtet.
Musik:
Ive looked at clouds that way.
Die Sängerin Joni Mitchell malt hier schöne Wolkenbilder.
Musik: But now they only block the sun
Aber auch das andere: Wolken? Jetzt verdunkeln sie nur noch die Sonne. Für Joni Mitchell sind Wolken ein Bild fürs Leben. Sie singt: So viele strahlende Pläne hatte ich, aber Wolken schoben sich in meinen Weg. Clouds got in my way.
Musik:
but clouds got in my way. Ive looked at clouds from both sides now, from up and down
Joni hat Wolken von beiden Seiten gesehen, von oben und von unten
Aber noch immer weiß sie längst nicht alles von Wolken, weiß nicht alles vom Leben.
Musik:
I really dont know clouds at all.
Als Joni Mitchell das Lied schrieb, war sie erst 23. Aber auch mit 23 kann man schon beide Seiten erlebt haben. Als Kind hatte Joni Kinderlähmung und wurde wieder gesund, Anfang 20 bekam sie ein Baby, war aber nicht verheiratet und musste das Kind zur Adoption freigeben. Inzwischen hatte sie geheiratet, das ging aber nicht lange gut. Sie weiß von beiden Seiten des Lebens. Sie kennt Hochs und Tiefs der Liebe. Aber alles kennt sie noch lange nicht.
Musik:
I really dont know love at all.
Ich frage mich manchmal: Lebt man eigentlich besser, wenn man auch die dunklen Seiten des Lebens kennen gelernt hat? Ich glaube, ich könnte ganz gut ohne die schmerzliche Erfahrung leben, dass meine Liebe zurückgewiesen wurde. Aber so was kann man sich ja meistens nicht aussuchen. In einem muss ich Joni Mitchell allerdings beipflichten, etwas habe ich dadurch gewonnen: Ich verstehe jetzt mehr vom Leben. Und von der Liebe. Und das ist gut, denn damit verstehe ich auch mehr von Gott und seiner Liebe. Die ist so wie unter uns Menschen, aber auch ganz anders.
Gott ist Mensch geworden, weil er uns nahe sein wollte. Jesus war einer von uns. Auch er hatte damit zu kämpfen, dass er abgewiesen wurde. Trotzdem liebt er uns Menschen weiter, da ist er einfach anders als wir. Er begegnet uns mit offenen Armen, gerade dann, wenn es in unserem Leben nur noch dicht bewölkt ist und sich die Sonne gar nicht mehr blicken lässt. Mein Herz ist angerührt davon, dass ich so wichtig bin für Gott. Davon möchte ich im Laufe meines Lebens noch viel mehr verstehen.
Musik:
I really dont know life at all.
Auf welche Gedanken man so kommt bei einem Blick in die Wolken. Ich hoffe, es erwischt Sie heute auch.
Ich weiß noch lange nicht alles
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