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Schön ist viel zu wenig!
Nun hat der Kosmetik-Konzern Unilever wieder eine interessante Werbekampagne gestartet: Dieses Mal sind es ältere Frauen, die für die Körperpflegeserie Dove Modell stehen.
Nackt wie Gott sie schuf, mit silbernem Haar werben sie für eine Creme, die im Alter schön macht. Den ersten Coup dieser Art landete Dove vor zwei Jahren, als sie in der Werbung mollige Frauen zeigten, sprich: normal gewichtige Frauen.
Ich finde es gut, dass endlich Frauen abgebildet werden, die weder klapperdürr noch faltenlos sind; dass eine Werbekampagne uns in Erinnerung ruft: So sehen wir eigentlich aus, und das ist auch normal. Unnormal ist das, was wir Jahre lang gesehen haben und uns als schön verkauft wurde: immer jüngere Models mit immer dünneren Ärmchen und immer weniger Busen. Mit der Folge, dass wir genauso dünn, faltenlos und ewig jung sein wollen. In einer Umfrage sagten die Männer über die fülligeren Models: schön, endlich Frauen zum Anfassen. Die Frauen hingegen sagten: alle zu dick. Ähnlich lauten die Reaktionen auf die aktuelle Kampagne mit den silbergrauen Models: In den USA, wo die Werbung schon länger läuft, machen die Leute sich lustig über die »hässlichen Models«
Wahrscheinlich haben wir schon viel zu lange viel zu viele Bilder von vermeintlich schönen Models gesehen. Eine einzelne Kampagne wird nicht ausreichen, um unser Innerstes normal zu rücken. Aber genau das wäre wichtig, damit wir wieder zufrieden sind mit uns und dem Leben. Eine Umfrage in fünfzehn Nationen hat nämlich ergeben: Nur zwei Prozent der befragten Frauen finden sich schön und sind mit sich zufrieden. Da läuft doch was falsch.
Ich bin dafür, dass wir selber auch Fotokampagnen starten und noch viel mehr Bilder vom wirklich schönen, sprich: vom echten Leben aufhängen. Das sind für mich Fotos, auf denen wir mit Freunden herzhaft lachen, trotz unserer schiefen Zähne; auf denen wir am Strand im Bikini toben, auch wenn wir ein paar Kilos zu viel haben; Fotos, wo wir ungeschminkt mit unserem Liebsten posieren und glücklich sind, weil er uns liebt, so wie wir sind. Bilder vom schönen, echten Leben sind für mich auch Fotos, wo wir total fertig sind, mit verheulten Augen und strähnigem Haar, das wahre Leben fühlend.
Zusätzlich zu diesen Bildern hänge ich kleine Zettel in meine Wohnung, an den Spiegel, an den Kühlschrank, an den Computer. Mit Botschaften, die so schon in der Bibel stehen: Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin.
Schönheit ist mehr als der Body Mass Index. Darum lasst uns wieder normal werden und Gott für das echte Leben danken.
Schön ist viel zu wenig!
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