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Gute Nacht, Mähdrescher
Meine Eltern wohnen am Neandertal, direkt hinterm Garten fangen die Felder vom dem Bauern an. Im Herbst fährt der Bauer immer mit dem Mähdrescher vorbei zum Ernten. Als wir
frisch hingezogen waren, am ersten Abend sollten mein Bruder und ich ins Bett gehen und dann passierte etwas, mit dem wir gar nicht gerechnet haben: Als wir im Bett lagen, fuhr direkt am Fenster der Mähdrescher vorbei und hat einen Riesenlärm gemacht. Und wir sind aufgewacht und haben geweint. Und waren kaum ruhig zu kriegen von meinen Eltern.
Am zweiten Abend hatten wir uns schon innerlich darauf eingestellt, dass wieder so etwas laut wird und unangenehm. Und wir wollten schon anfangen zu weinen.
Doch meine Eltern kamen und nahmen uns beide auf den Arm, und wir guckten zusammen aus dem Fenster. Unsere Eltern fragten: Habt ihr denn schon dem Mähdrescher Gute Nacht gesagt hätten? Wir als Kinder haben gesagt: Nein, haben wir noch nicht!
Ja., guck mal, wo ist denn der Mähdrescher? Guck doch mal! und dann haben wir den Mähdrescher gesucht und haben den auch ganz hinten am Feld kommen sehen. Da haben wir alle im Chor gesagt: Gute Nacht lieber Mähdrescher! Gute Nacht lieber Mann auf dem Mähdrescher!
Und dann war es gut. Wir haben die Augen zu gemacht und der gute Mann konnte sein Feld weiter abernten. Das war okay für uns. Wir hatten ihm ja Gute Nacht gesagt.
Manchmal muss man sich im Leben einfach auch mal seinen Ängsten stellen. Man muss sie zwar alleine überwinden, aber es ist ein Riesengeschenk, liebe Menschen zu haben, mit denen man gemeinsam diese Dinge durchstehen kann.
Gute Nacht, Mähdrescher
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