|
Kirchenwirtschaft
Umstrukturierungen, Stellenabbau, Einsparungen. Das kennt jeder. In der Kirche ist es auch nicht anders. Wir jungen Pfarrerinnen und Pfarrer können davon ein Lied singen.
Nun will unsere Kirche also auch umstrukturieren, Stellen abbauen, einsparen. Das Problem ist, dass, wer Pfarrerin werden will, ein langes Studium hinter sich bringen muss plus zwei Jahre Ausbildungszeit in den Kirchengemeinden.
Umschulung, Umorientierung, wenn keine Pfarrstelle frei ist, fällt da schwer. Zumal die Entscheidung, Pfarrerin werden zu wollen, ja irgendwie eine Herzensangelegenheit ist und nicht einfach durch einen anderen Job beiseite geschoben werden kann. Aber klagen hilft ja bekanntlich auch nicht weiter.
So haben mein Freund und ich uns einfach mal nach Frankreich beworben. Und sind jetzt also Pfarrer in Straßburg. Ganz so einfach, wie sich das anhört, war es natürlich nicht. Man muss sich schon überlegen, ob man weg aus Deutschland möchte, ob man sich wirklich auf einen Job in einer fremden Sprache, einer anderen Kultur einlassen will.
Wir haben es gewagt. Vielleicht wagen müssen. Denn, wie gesagt, die Ökonomie mit ihren Vorstellungen vom lean management, outsourcing und vor allen Dingen Stellenabbau hat auch die Kirche eingeholt.
Deswegen leben wir jetzt wie Gott in Frankreich aus solchen Krisenzeiten kann auch Gutes entstehen.
Kirchenwirtschaft
|