Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

04.03.07, 7.45 Uhr, Pfarrerin Eva Zoske-Dernóczi

Auf neuen Wegen mit Gott

Autorin: Ein Eishockeyspieler, der sich offen zu Jesus bekennt? Diese harten Jungs mit der rauen Sportart verkörpern ja nicht gerade den Inbegriff eines frommen Christen.

Umso erstaunter war ich, als ich Markus Pöttinger vor drei Jahren kennen lernte. Er war damals Verteidiger der DEG Metrostars in Düsseldorf und sprach sehr offen und selbstverständlich über seinen Glauben an Gott. Wie es ihm wohl heute geht? Auf der Homepage des 29 jährigen  lese ich dass er zuletzt in Iserlohn unter Vertrag war, letztes Jahr aber seine aktive Karriere als Eishockeyspieler beendet hat. Warum, wollte ich wissen:   

O-Ton: Ich hab aufgehört, weil ich am Ende der Session gespürt habe, dass die Belas-tung sehr viel wurde und ich führe das auf die langjährige Doppelbelastung auch zurück, mit Profisport und Ausbildung. Da habe ich einfach auch sehr viele Energien auch außerhalb des Profisports gebraucht.

Autorin: Markus Pöttinger hat neben seiner Karriere als Profisportler auch ein komplettes BWL-Studium absolviert und eine Doktorarbeit begonnen, die er nun in einigen Monaten abschließen möchte. Er war also in den letzten zwölf Jahren nicht nur als Eishockeyspieler sehr ehrgeizig, sondern auch als Student. Und dachte, auch der christliche Glaube habe etwas mit Leistung zu tun.

O-Ton: D. h. ich habe die Bibel gelesen und erst mal versucht herauszufinden, was muss ich denn jetzt hier machen, um  Gott zu gefallen? Da hab ich eben ver-standen, dass der Glaube nichts mit Leistung zu tun hat, sondern wie mir auch gesagt wird: durch Gnade! Also einem wird erst mal ganz viel geschenkt. Das darf man annehmen, man darf sich darüber freuen. Das hat erstmal überhaupt nichts mit Leistung zu tun. Und durch dieses Verständnis hat sich natürlich auch mein Bild von mir selber oder meine Anforderungen ans Leben sozusagen verändert.

Autorin: Die Erfahrung, von Gott als Mensch voll und ganz akzeptiert zu werden, ohne ständig super Leistungen zu erbringen, hat sein Leben stark verändert.  Und führte letztlich auch zu  seiner Entscheidung, den Profisport zu beenden.

O-Ton: Ich hab nie nach Träumen oder nach Leidenschaften so entschieden, oft nach Pflichtbewusstsein usw. Aber da hab ich gemerkt, dass das nicht unbedingt der Weg Gottes ist. Ein sehr deutliches Erlebnis war für mich: dass die Gedanken an eine neue Session sehr belastend waren und überhaupt nicht erfreulich und eher einengend und dass das andere irgendwie eine ganz neue Idee war aufzuhören, aber mich auch mit einer Ruhe und Zufriedenheit umgeben haben.

Autorin: Trotzdem war es ein großes Wagnis. Als Eishockeyprofi hat man einen klaren Tagesablauf, feste Trainingseinheiten. Es gibt klare Ziele, jedes Wochenende Spiele. Man ist eingebunden in ein Zeitkorsett, was sicher manchmal nervt, aber in gewisser Weise auch Halt gibt. Dies einfach aufzugeben, erfordert Mut. Wie ein neues Lebensmotto wirkt da das Bibelzitat aus Jesaja, was er auf seine Homepage gestellt hat. Da sagt Gott zu den Menschen sagt: Berge mögen von der Stelle weichen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu Dir kann durch nichts erschüttert werden

O-Ton: Es gibt Dinge, auf die wir wirklich felsenfest bauen, aber selbst die scheinen manchmal einzustürzen. Aber bei Gott ist das nicht so. Also, auf den kann ich in meinem Leben bauen und sicherlich hab ich eine unsichere Zeit oder ungewisse Zeit vor mir, aber da sind solche Verse mir sehr wichtig, weil ich auch davon überzeugt bin, dass sie einfach der Wahrheit entsprechen.

Autorin: Berge mögen von der Stelle weichen und Hügel wanken, aber meine Liebe zu Dir kann durch nichts erschüttert werden.

Audiobeitrag Auf neuen Wegen mit Gott


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