Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

27.02.07, 5.56 Uhr, Pastorin Ruthild Busch

Hotel California oder die Macht des Bösen

Hotel California, einer der heißesten Songs der Eagels, komponiert 1976 sorgte schon damals für Furore. Er handele von Satanismus, so der Vorwurf,

der immer wieder laut wurde. Und in der Tat, der Song umkreist das Böse in ausdrucksstarken Bildern. Ein Reisender unterwegs auf dem Highway muss die Nacht in einem Hotel verbringen, im Hotel California. Er klingelt an der Rezeption, die Tür öffnet sich und

Musik:  „There she stood in the doorway; I heard the mission bell, And I was thinking to myself, ‚this could be heaven or this could be hell‘“

Overvoice: Da stand sie in der Tür, ich hörte eine wahnsinnig verführerische Lady und der Reisende denkt, das könnte der Himmel auf Erden sein, aber auch die Hölle.

Autorin: Das Böse ist ambivalent, zwiespältig, schwer zu durchschauen. Es wirkt anziehend, wie hier in der Gestalt einer schicken Dame umgarnt von Stimmen, die diesen Ort als angenehm anpreisen

Musik: „Welcome to the hotel california, such a lovely place“.

Overvoice: Willkommen im Hotel California – diesem wunderbaren Ort.

Autorin: Das Böse tritt in unterschiedlichen Gestalten auf. In der Gestalt eines harmlos wirkenden Kirchenbeamten, der lächelnd Friede, Freude, Eierkuchen verkündigt, trotz des Unrechts, das auch in den Kirchen passiert Oder in der Gestalt eines bereden Politikers, der das Blaue vom Himmel herablügt.

Der Reisende folgt der schicken Lady in ihr Reich. Und dort sieht er, sie hat viele nette Jungs, die sie ihre Freunde nennt und die um sie herumtanzen.

Musik: „She got a lot of pretty, pretty boys, that she calls friends. How they dance in the courtyard.“

Autorin: Ein starkes Bild für das Böse. Viele Herrscher lassen die Leute nach ihrer Pfeife tanzen. Soldaten ziehen in einen sinnlosen, aberwitzigen Krieg; Untergebene lassen sich auf Drängen ihrer Vorgesetzten auf dubiose Geschäfte ein. Ja, das Böse kennt viele Tricks, um seine Opfer in den Bann zu ziehen, zu manipulieren, fügsam zu machen. Es verspricht ein besseres Leben, Luxus pur,

Musik: „Mirrors on the ceiling, The pink champagne on ice“

Overvoice: Goldene Spiegel überall, Champagner auf Eis.

Autorin: Wohlergehen, falsche Sicherheit. Aber wer in die Fängen des Bösen gerät, kann sich daraus nicht befreien. Das Böse frisst einen förmlich auf. Verzweifelt versucht sich der Gefangene daraus zu befreien, ohne Erfolg.

Musik: „Last thing I remember, I was running for the door, I had to find the passage back to the place I was before“„You can checkout any time you like, but you can never leave!“

Overvoice: Ich erinnere mich daran, ich lief zur Tür, wollte fliehen, aber ich fand den Notausgang nicht. Das Böse lädt jederzeit zum Mitmachen ein, aber nicht zum Aussteigen.

Autorin: „Erlöse uns von dem Bösen“ lehrt Jesus seine Jünger beten. Jesus weiß, wir selber haben nicht die Macht, uns aus den Fängen des Bösen zu befreien. Dazu braucht es jede Menge Gottvertrauen und die Zuversicht, dass Gott die Fesseln des Bösen in unserem Leben lösen will, uns die diabolischen Tricks durchschauen lässt.

„Erlöse uns von dem Bösen“, so haben es Menschen damals gebetet, so beten einige heute noch und hoffentlich auch noch morgen. Gott sei Dank!

Musik: „On a dark desert highway, cool wind in my hair...“ 0.6.
Aus: CD: Eagels, Hotel California, LC Nummer: 2648
Musiklänge insgesamt: 2:52

Audiobeitrag Hotel California oder die Macht des Bösen


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