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Ein Haus im Grünen
Ein Haus im Grünen. Nach 24 Jahren Haft. Für Brigitte Mohnhaupt. Will ihr jemand schenken. Steht so in der Bild und anderen Zeitungen.
Da kommt Neid auf und das Bedürfnis nach Rache. Nach dem Motto: die sollte man nie mehr raus lassen. Das halte ich für ziemlich unangemessen.
Natürlich leiden die Angehörigen der Terroropfer bis heute unter dem Verlust der Menschen, die sie einst liebten.
Möge Gott sie einen Weg finden lassen, mit ihrer Geschichte zu leben um sich aus der Macht dieser Geschichte zu befreien. Dieser Weg wird auch durch Rachegefühle führen so wie es Menschen in den Psalmen des Alten Testamentes beten aber Rache wird nicht das Ziel sein. Wenn es darum geht, in Frieden zu leben mit dem was war mit dem was ist.
Aufklärung über Einzelheiten der damaligen Taten durch die Exterroristen, wären dabei sicherlich für die Angehörigen der Opfer sehr hilfreich. Ebenso ein Tag des öffentlichen Gedenkens an die Opfer des RAF Terrors, wie er jetzt von einzelnen Politikern gefordert wird.
Und der Aufschrei, der jetzt vielerorts zu hören ist, nachdem die Haft von Frau Mohnhaupt zur Bewährung ausgesetzt wird?
Wer schreit da? Und warum? Wenn bei Sabine Christiansen 90% gegen die Freilassung auf Bewährung sind, dann doch nicht, weil diese 90% Opfer von RAF Terror waren. Ich vermute, weil viele gern tun würden, was der deutsche Rechtsstaat Gott sei Dank nicht vorsieht: Nämlich Rache zu üben. Und zwar ganz unabhängig davon, ob man nun betroffen war oder nicht.
Weil irgendeiner muss ja Schuld sein. An Hartz IV und der Bedrohung des Arbeitsplatzes, an der unsicheren Rente und dem ungerechten Gesundheitssystem usw., aber ist es wirklich Brigitte Mohnhaupt? Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Sagt Jesus der aufgewühlten Menge, die eine Ehebrecherin steinigen will.
Nun ist Brigitte Mohnhaupt keine Ehebrecherin und um Steinigung geht es auch nicht. Wohl geht es um die Frage, wie umzugehen ist mit den Gefühlen von Neid und Rache.Die gerade dann besonders laut werden, wenn jemandem Gutes widerfährt, der - auf den ersten Blick es nicht verdient hat oder nicht gerade zu den Sympathieträgern zählt.
Das Problem ist nur: Ob einem Gutes widerfährt ist nur sehr bedingt abhängig davon, ob man es verdient hat. Es passiert oder eben nicht. Diese Welt ist nicht gerecht. Und verständlicherweise sind Neid und Rache zwei Seiten einer Medaille, die zur Währung in dieser ungerechten Welt gehören. International gültig sozusagen.
Und Jesus: Der nimmt die Menschen an wie sie sind: neidisch, voll Rache, enttäuscht, verbittert, vielleicht verzweifelt. Dann erst sagt er: Geh´ und sündige hinfort nicht mehr. Das gilt allen, die es sich gesagt sein lassen. Weil sie sich gesehen und verstanden fühlen. Von Gott und hoffentlich. Wenigstens einem anderen Menschen.
Ein Haus im Grünen
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