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Onkel Jim
Vor einigen Jahren war ich mit meinem Kumpel Thommy in den USA. Wir haben seinen Onkel Jim besucht. Onkel Jim war früher ein Supermusiker gewesen.
Er hat Saxophon und Klarinette gespielt. In der Wohnung hingen viele Bilder an der Wand. Wir haben uns abends alte Tapes von ihm angehört. Ich muss sagen, dass war sehr beeindruckend gewesen, denn Jim war ein sehr guter Musiker. Und da habe ich ihn gefragt, warum er denn mit der Musik aufgehört hat. Da hat er folgende Geschichte erzählt. Er war mit seiner Band, er war der Bandleader, in einem Hotel angestellt, und sollte jeden Abend die Gäste unterhalten. Das hat ganz gut geklappt. Bis eines Tages der Hotelbesitzer zu ihm kam und ihm sagte: Du musst einen deiner Musiker aus der Band werfen. Egal welchen, aber einer muss weg. Das Hotel wollte Gage sparen. Und da hat Jim überlegt, aber er als Bandleader, er hat es nicht übers Herz gebracht, er wollte keinen seiner Jungs rausschmeissen. Da ist er zum Hotelbesitzer gegangen und hat gekündigt und ist halt selber gegangen. Der Hotelbesitzer war natürlich etwas irritiert und gesagt: Kannst du dir das nicht noch mal überlegen? Aber Onkel Jim ist dabei geblieben und hat dann danach nie wieder Musik gemacht.
Für die meisten Menschen bedeutet Mut: besondere Dinge zu tun! Ich finde: manchmal ist es mutig, etwas eben genau nicht zu tun! Zum Wohle eines anderen.
Sprecher: Gernot Hoersch
Onkel Jim
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