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Die Jugend und der Papst
Weltjugendtag in Köln. Der Papst hat sie gerufen und sie sind gekommen: Viele 100 Tausend aus aller Welt. Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten. So lautet das Motto des
XX. Weltjugendtages. Ob sie alle wissen, wen es anzubeten gilt? Ich frage Claudia Beyer aus Köln, katholisch, 21 Jahre alt:
O-Ton 1 Ich kann mir gut vorstellen, dass einige auch denken, dass der Papst damit gemeint ist.
O-Ton 2 Also viele Jugendliche, die sich mit dem Thema nicht so auseinandersetzen verstehen mit Ihn natürlich den Papst . Sie wissen, WJT ist in Köln, Papst Benedikt wird kommen, und da sehen die meisten das Ihn wohl erst mal im Papst.
sagt Roland Gogol, katholisch, 21 Jahre.
Dabei ist der nun nicht gemeint. Das Motto steht im Matthäusevangelium, im zweiten Kapitel. Jesus ist geboren. Im Stahl von Bethlehem. Die Weisen aus dem Morgenland kommen, um ihn anzubeten. Den Sohn Gottes, unseren Heiland. Nicht den Papst. Nun gut.
Was mich beeindruckt: Hundert Tausende sind gekommen, weil der Papst sie gerufen hat. Ein Idol ohne Sexappeal aber offenbar anziehend. Und was er über Sex zu sagen hat? Finden das die Jugendlichen auch noch sexy ? Dabei weiß jeder, der Papst steht für eine rigide Sexualmoral.
O-Ton 4: Ich schätze den Papst als Oberhaupt und für seine Arbeit schätze ich ihn, aber man muß sich nicht streng daran halten, was er sagt, kein Sex vor der Ehe oder Verhütung, das ist überholt und daran müsste man sich nicht unbedingt halten.
sagt Claudia Beyer, katholische Erzieherin. Roland Gogol, angehender Veranstaltungstechniker, ebenfalls katholisch, sieht das ähnlich:
O-Ton 5: Dadurch dass wir einen Menschen quasi an der Spitze haben, was ich in aller erster Linie gut finde, kommen dadurch aber ganz natürlich auch Meinungsverschieden-heiten. Es gibt einige Sachen, da denkt man: Super, das sollten alle so denken, alle so machen. Es gibt aber auch viele Sachen, wo man sagt, das sehe ich als Jugendlicher ... anders und die Pille zum Beispiel ist da so ein Beispiel .
Die katholische Lehre für die Jugendlichen ein Warenkorb, aus dem sie auswählen? Vorehelicher Geschlechtsverkehr und Verhütung sind für sie jedenfalls kein Problem. Den Respekt vor dem Papst mindert das nicht.
Und wir Protestanten? Gehen wir nicht ähnlich vor? Suchen uns heraus, was so gerade passt? Die Gefahr ist da und dann auch ab und zu die Sehnsucht, dass uns einer sagt, wo es lang geht.
Aber in der Gefahr stehe ich noch nicht. Mir reicht gut evangelisch: Die Heilige Schrift und mein Gewissen vor Gott.
Die Jugend und der Papst
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