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Das Festmahl
Mein Freund Mattes hat regelmäßig Einfälle, die irgendwie schief gehen, aber am Ende doch ein voller Erfolg sind. Letzte Woche wollte er unbedingt ein Fest haben.
Also kaufte er Unmengen ein. Bierkästen, Sekt, Wein und eine Wagenladung Lebensmittel. Als er alles in den dritten Stock geschleppt hatte, schickte er eine sms an alle Freunde: Heute Abend. 20 Uhr. Party bei mir. Dann machte er sich ans schnibbeln, braten, kochen. Vorsichtige Schätzung: 60 Leute satt kriegen. Während er seine Küche verwüstete, kamen die Absagen: Toll, aber heute geht nicht. Wir sind Urlaub. Ich bin schon verabredet. Und so weiter.
Um 20 Uhr saßen dann mal gerade zehn Freunde am seinem Tisch und kamen schwer ins Grübeln: wer das denn nun alles essen sollte. Kein Problem, sagte Mattes. Ihr kriegt nun eine winzige Aufgabe: Geht raus und sprecht Leute auf der Strasse an. Auch die am Büdchen an der Ecke! Keiner kommt zurück ohne mindestens zwei andere mitzubringen.
Wir guckten zwar ziemlich entgeistert, aber wir machten es. Erst war es ziemlich peinlich wildfremde Menschen anzusprechen und einzuladen. Aber nach und nach machte es Spaß. Am Ende waren mehr als 80 Leute bei Mattes, aßen, tranken, lachten.
Du bist echt verrückt, sagte ich ihm. Nö, meinte Mattes. Das steht schon in meiner Bibel. Feier ein Fest, und wenn die nicht kommen wollen, die du einlädst, dann lade eben die von den Hecken und Zäunen ein.
Sprecherin: Christiane Birgden
Das Festmahl
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