Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.01.07, 07-08 Uhr, Pfarrerin Kerstin Hanke

Eine gottgefällige Droge

Latte Macchiato, Cappucino, Espresso, mit Schuss, mit Vanille, mit Zimtpuder. Mit irgendwas. Überall machen Kaffeebars auf. Für einen guten Kaffee gebe ich mal gerne was aus.

Dabei stand am Anfang eine Ziege. Wenn es um den Kaffee geht. Nach einer Legende war ein Ziegenhirte im Jemen ziemlich erstaunt, dass seine Ziegen tagelang kaum Schlaf brauchten. Er suchte eine Antwort bei Mönchen in der Nähe. Die machten aus seinen Futtersträuchern einen Sud, probierten den und: verbrachten die folgende Nacht überaus angeregt und glücklich. Selbst ihre sonst so müden Nachtgebete fielen nicht mehr schwer.
 
Der Kaffee trat seinen Siegeszug um die Welt an. Das wundersame Gebräu galt im Gegensatz zu anderen berauschenden Getränken als „gottgefällige Droge“. Heute ist die kleine Kaffeebohne das zweitwichtigste Handelsprodukt. Gleich hinter dem Erdöl.

Bei Kaffee steckt also viel Wirtschaftsmacht dahinter. Umso wichtiger finde ich, ist es „verantwortlich“ zu genießen und fair gehandelten Kaffee zu trinken. Das ist ein Blick über den Rand der eigenen Kaffeetasse hinaus. Die, die für den Kaffee schuften, sollen auch fair bezahlt werden. Nur so wird jeder Macchiato eine gottgefällige Droge. Frei von Raffgier und Habsucht.

Sprecherin: Christiane Birgden

Audiobeitrag Eine gottgefällige Droge


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