| |
Chance auf Arbeit
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist besonders für arbeitslose Jugendliche erschreckend schlecht.
Um dagegen etwas zu tun, hat sich in Essen die JuBe, die evangelische Jugendberatungsstelle gegründet. Einer vom JuBe-Team ist der Sozialpädagoge Martin Ewersmann. O-Ton: Wir arbeiten hauptsächlich mit benachteiligten Jugendlichen, die vielleicht einen schlechten Hintergrund haben, sei es familiär, sei es dass sie eine Drogenvergangenheit schon haben mit 15, 16 Jahren haben viele schon eine Drogenvergangenheit hinter sich oder die in der Schule gescheitert sind, ne, die vielleicht gerade nur ein Abgangszeugnis haben, oder auf einer Förderschule waren oder - wir haben auch sehr viel mit Migranten zu tun. Autorin: Diesen und andere Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren hilft die JuBe, einen Job, eine Ausbildungsstelle oder einen Praktikumsplatz zu kriegen. Denn sie ist vernetzt mit Firmen in Essen, die ganz speziell Stellen für Jugendliche mit schlechten Startbedingungen geschaffen haben.
Und die Jugendlichen werden in der JuBe vorbereitet auf den Arbeitsmarkt. Im Bewerbungstraining z.B. wird ihnen erklärt, wie der Lebenslauf auszusehen hat und wie das Anschreiben aussehen muss. In so genannten Profiling-Seminaren finden die Kids ihre Talente und Stärken heraus. All das, um den jungen Leuten ein Know-How für den Arbeitsmarkt mit auf den Weg zu geben. Durchaus auch mit ungewöhnlichen Wegen. O-Ton: Gestern war ich ganz aktuell in der Jugendarrestanstalt in Bottrop und hab dort auch mit denen ein kleines Spontan-Theaterstück gespielt, so nach dem Motto: Ich komm rein und will mich bewerben und der Chef war einer der Arrestanten und hab dann praktisch mich so verhalten, wie man sich überhaupt nicht verhalten soll, wenn man ein Bewerbungsgespräch führt und das fanden die total gut. Und dann hab ich sie gefragt: Was hab ich alles falsch gemacht. Und dann fiel denen ganz viel auf, was man natürlich überhaupt nicht macht. Und dadurch kann man die Jugendlichen ein Stück gewinnen auch für dieses Thema Bewerben, Ausbildung usw.
Autorin: Martin Ewersmann trifft die Jugendlichen mit Beratungsbedarf nicht nur in der Jugendarrestanstalt. Auch in evangelischen Jugendhäusern oder Konfirmandengruppen. Manchmal spricht er sie auch gezielt auf der Straße an. Dann zieht er sich sein JuBe-T-Shirt an, auf dem zu lesen ist Suche Job! Starthilfe für Dich oder Job? Praktikum? Beschäftigung? Ausbildung? Starthilfe für Dich! Auf dieses T-Shirt reagieren die Kids auf der Straße, sprechen mit dem Streetworker und holen sich in der JuBe Tipps für einen Neuanfang.
All das bedeutet großes Engagement, viel Kraft und viel Liebe zu den Jugendlichen. Für Martin Ewersmann als gläubigen Christ gibt es dafür eine Quelle: O-Ton: Die Quelle meiner Liebe ist wirklich Gott als Person, weil: Gott ist Liebe und in der Bibel steht ja auch: Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Das hat Jesus mal so gelehrt. Und das ist für mich schon ein Unterschied, dass meine Liebe nicht aus mir heraus kommt, aus meiner eigenen seelischen Kraft, dass ich sage: Ich find Jugendliche eigentlich ganz okay und darum mach ich das. Sondern die Quelle meiner Liebe ist wirklich eine andere. Autorin: Dank dieser Quelle hilft Martin Ewersmann Jugendlichen bei ihrem Neuanfang. Ganz praktisch. Mit Tipps, wie sie auf dem Arbeitsmarkt unterkommen.
Chance auf Arbeit
|