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Adventsmenschen
Für mich gibt es Adventsmenschen. Adventsmenschen, was soll das denn sein? Ich möchte Ihnen einfach von zwei Exemplaren dieser besonderen Sorte Mensch erzählen:
Im Advent vor einigen Jahren war ich auf der Autobahn auf dem Weg nach Hause. Gut gelaunt unterwegs als meine Fahrt jäh unterbrochen wurde. Mein Auto begann merkwürdige Geräusche zu machen, das Gas wurde vom Gaspedal nicht mehr angenommen, und ich konnte gerade noch auf einen Rastplatz rollen. Da stand ich nun. Es war kalt, und ich wollte nach Hause. Es gab niemanden, der mich hätte abholen können. Ich war, gelinde gesagt, etwas verzweifelt. Dann habe ich mir ein Herz gefasst und eine Frau angesprochen, die gerade auf den Rastplatz gefahren war. Ich erklärte ihr meine Situation und bat sie, mich mitzunehmen nur bis zur nächsten Ausfahrt
Die Frau blickte mich erschreckt an, und lehnte ab. Sie habe noch nie jemanden mitgenommen, und sie wisse ja auch gar nicht, wer ich sei. Stieg schnell in ihr Auto und fuhr los. Ich konnte die Sorge der Frau verstehen und war doch niedergeschlagen. Doch bevor die Frau auf die Autobahn fuhr, hielt sie an, legte den Rückwärtsgang ein und kam zurück. Sie lud mich ein, einzusteigen und fuhr mich dann sogar bis zu einem Bahnhof. Von dort kam ich bequem nach Hause. Ein Geschenk! Die unbekannte Frau für mich ein Adventsmensch. Weil sie sich etwas getraut hat, um mir zu helfen. Weil sie von ihren bisherigen Gewohnheiten abgewichen ist und so eine Begegnung zwischen Menschen möglich gemacht hat.
In einem anderen Advent benötigten wir Gebäck für eine kirchliche Veranstaltung. Es war aber kein Geld mehr im Etat, und wir mussten uns etwas einfallen lassen. So hatten wir eine uns unbekannte Bäckerei angeschrieben und freundlich angefragt, ob man uns dort etwas Gebäck spenden würde. In dem Brief hatten wir unseren Anruf angekündigt. Bis ich dazu kam, tatsächlich anzurufen, waren schon viel zu viele Tage vergangen. Als ich anrief, wurde ich zum Chef nicht wie erwartet in ein ruhiges Büro verbunden, sondern in eine Backstube. Ich melde mich und wollte mich gerade vorstellen, als es mir schon mit rheinischen Dialekt entgegen klang: Mensch, isch dacht schon Ihr ruft janit mehr an. Wat kann ich für Disch tun? Ich erkläre, um welche Veranstaltung, es sich heute handelt. Wat brauchter? Wat wollter haben? Spekulatius, Brötschen, Kuchen? Wie viel seid Ihr? Wann soll ich et liefern? Ich war sprachlos. Meine Angebote, eine Spendenbescheinigung auszustellen, wurden abgelehnt. Auch ein Werbeplakat wollte der Bäcker nicht bei uns unterbringen. Wir wurden einfach nur beschenkt. Der unbekannte Bäcker für mich ein Adventsmensch. Weil er großzügig abgab, obwohl er uns nicht kannte. Weil er keine Gegenleistung erwartete, sondern bedingungslos schenkte und so eine Begegnung zwischen Menschen möglich gemacht hat.
Adventsmenschen sind für mich auf dem Weg zum fremden Menschen. Unscheinbare Wegbegleiter für einen kurzen Moment, in denen die Liebe Gottes aufscheint und die unser Leben leicht und hell macht. Adventsmenschen handeln spontan, ungeplant, überraschend, voller Vertrauen in Gott und mit einem Glanz in den Augen.
Adventsmenschen
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