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Wunschkinder
Haben Sie sich je gefragt, ob sie ein Wunschkind sind? Jede dritte Schwangerschaft in Deutschland, so heißt es in Untersuchungen, ist ungewollt.
Die Zahl der Kinder, die ungeplant das Licht der Welt erblicken, ist also hoch. Und wie immer bei solchen Untersuchungen ist doch zu vermuten, dass es eine große Dunkelziffer gibt: Ich glaube, dass sich viele Menschen schämen und gar nicht darüber sprechen, dass Sie ungewollt Vater oder Mutter geworden sind.
Meine Uroma war unverheiratet, als sie schwanger wurde. Ich bin fast sicher, dass sie sich kein uneheliches Kind gewünscht hat. Wie auch immer, meine Großmutter -mittlerweile 92 Jahre alt- leidet manchmal noch heute darunter. Es ist ja auch kein schöner Gedanke, zunächst ungewollt zu sein. Der viel schönere Gedanke ist doch: Meine Mutter hat sich gefreut, als sie bemerkt hat, dass ich in ihr wachse. Das fühlt sich anders an als die Phantasie, wenn die eigene Mutter in heller Panik bemerkt: Es ist ein Unfall geschehen, wie das dann auch noch heißt. Und wenn sie gar nicht weiß, was sie nun machen soll mit dem werdenden Leben.
In der Adventszeit erinnern wir uns an eine besondere Schwangerschaft: Maria, die ein Kind unter ihrem Herzen trägt, das zum Erlöser der Welt werden wird. Auch bei Maria war es so etwas wie eine ungewollte Schwangerschaft.
Jedenfalls kann man nicht gerade sagen, dass Maria als eine verheiratete Frau in den Armen ihres Mannes gelegen hätte. Ihm zärtlich ins Ohr flüstert hätte: Ach, wäre das nicht schön, wenn wir ein Kind bekämen. Und Joseph hätte zurück gesäuselt: Ja, das wünsche ich mir auch sehr. Das wäre wunderbar! Nein, das war schon etwas komplizierter: Maria erfährt von dem Erzengel Gabriel, dass Sie ein Kind bekommen soll. Fürchte Dich nicht, sagt er. Leichter gesagt als getan, wenn man mit dem neuen Leben nicht gerechnet hat. Und von Joseph wird uns berichtet, dass er kurz überlegte, seine schwangere Verlobte zu verlassen.
Welche Schwierigkeiten auch immer Maria, Joseph, ihre Verwandten und die Nachbarn mit dieser Schwangerschaft gehabt haben werden für mich steht außer Zweifel, dass Jesus ein Wunschkind war. Das Wunschkind Gottes nämlich.
Und wie Jesus ein Wunschkind Gottes ist, so ist auch jeder von uns ein Wunschkind Gottes ganz gleich, ob unsere Mütter und Väter uns mit großer Freude empfangen und erwartet haben oder eben nicht. Ganz gleich, ob wir unehelich sind, ein Unfall oder einfach nur nicht sicher sind, ob wir erwünscht waren. Ganz gleich mit wie viel Angst und Not wir auf diese Welt gekommen sind.
Ein biblischer Vers bringt das für mich in klare Worte: Fürchte Dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! Ich kenne viele Menschen, denen dieses Wort des Propheten Jesaja als Taufspruch mit auf den Lebensweg gegeben wurde. Fürchte Dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!
So bei unserem Namen gerufen sind wir Wunschkinder. Von Gott mit Freude und Liebe erwartet wie die Leibesfrucht, die in Marias Körper heranwächst. Wir sind Wunschkinder. Geliebte, angenommene, erwartete Kinder! Alle. Ausnahmslos.
Wunschkinder
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