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"Jacke wie Hose"
Jacke wie Hose das heißt soviel wie: Ist mir doch egal. Für Karl Müller ist es umgekehrt. Für ihn heißt Jacke wie Hose Ist mir nicht egal.
Denn bei Jacke wie Hose einem second hand Laden in Dortmund hat er endlich wieder Arbeit gefunden. An mehreren Tagen in der Woche verkauft er dort gebrauchte Kleidung. Betrieben wird Jacke wie Hose von der Diakonie, damit Menschen wie Karl Müller wieder Arbeit bekommen. Doch nicht nur ehemalige Arbeitslose profitieren von dem Projekt, sondern auch die Kunden: Anne Rabenschlag, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes:
O-Ton: Gleichzeitig sind die Läden im Prinzip ne ganz tolle Gelegenheit vernünftige Kleidung zum günstigen Preis zu erwerben.
Autorin: Damit noch mehr Leute Jacke wie Hose kennen lernen, hatte Anne Rabenschlag die Idee mit der Modenschau. Dafür wählte sie einen ungewöhnlichen Ort - die Reinoldikirche, das Wahrzeichen von Dortmund. Bemerkenswert war auch das Team der Models: Vierzig Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Branchen.
O-Ton: Das waren zum Teil Beschäftigte aus den Projekten bis hin zu Leuten aus den Lionsclubs. Also mir fällt z.B. eine Architektin ein oder mir fällt ein Hotelchef in Dortmund ein.
Autorin: Von den Models hatte noch nie jemand zuvor einen Laufsteg betreten. Darum wurde ein Schauspieler engagiert. Der zeigte ihnen elegante Schritte, geschmeidige Drehungen und den richtigen Blick ins Publikum. Während der Proben stellte sich heraus, dass ein Hotelchef und eine Verkäuferin etwas Wichtiges gemeinsam haben können:
O-Ton: Wir hatten durch die Bank alle Mann Angst, auf diesen Laufsteg zu gehen. Diese gemeinsame Erfahrung, Angst zu haben, nicht genau zu wissen, wie es geht, sich auf `n Experiment einzulassen, die war glaube ich - für alle, die da mitgearbeitet haben, total spannend.
Autorin: Gemeinsam war ihnen nicht nur die Angst. Mit jeder weiteren Probe wuchs auch die Erfahrung: Gesellschaftliche Unterschiede können ganz schnell nebensächlich werden:
O-Ton: Durch die Art und Weise, dass wir in den Gruppen gemischt waren, und dass es keiner ganz alleine hingekriegt hat, sind die Unterschiede im Umgang miteinander eigentlich gar nicht mehr da gewesen. Und es hat einen irren Spaß gemacht. Also wir haben soviel gelacht bei den Vorbereitungen. Das war einfach ne tolle Erfahrung.
Autorin: Für mich gehört diese Modenschau in den Advent. Denn im Advent feiern wir, dass Gott kommt und sich die Welt verändert. Das Hohe soll erniedrigt werden und das Niedrige erhöht, haben die Propheten der Bibel gesagt. Damit alle auf einer Ebene gehen können. Und es keine Unterschiede mehr gibt, die Menschen voneinander trennen. Die Modenschau hat spielerisch gezeigt, wie das geht. Und dabei deutlich gemacht: Es ist wirklich Jacke wie Hose, ob einer Chef oder Verkäufer ist. Hauptsache, sie sind einander nicht egal.
"Jacke wie Hose"
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