Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

09.11.06, 5.56 Uhr, Pfarrerin z.A. Eva Zoske-Dernóczi

Hurt

Johnny Cash: I hurt myself today, to see if I still feel. I focus on the pain. The only thing that’s real ´´

Autorin:
Ich habe mich heute selbst verletzt, um zu sehen, ob ich noch etwas fühle. Ich konzentriere mich auf den Schmerz, das einzige was real ist. 

Der der das singt, weiß was Schmerzen sind: Johnny Cash. Bekannt als Country- und Folk-Legende hat er am Ende seines Lebens noch mal all seine Kritiker erstaunt, weil er bekannte Popsongs in seiner ganz eigenen Art neu interpretiert hat. Wie diesen Song „Hurt“ der Nine Inch Nails. Als er ihn singt, ist er schon ein alter Mann. Ein Mann, der auf ein Leben zurückblickt, was nicht immer einfach war. .   

Musik: 
The needle tears a hole, the old familiar sting. Try to kill it all away, but I remember everything. Refrain: What have I become, my sweetest friend? Everyone I know goes away in the end.

Autorin:
Die Nadel reißt ein Loch - die alte familiäre Bindung. Ich versuche es irgendwie zu verdrängen, erinnere mich aber an alles. Was ist aus mir geworden, mein süßer Freund?  Jeder, den ich kenne, geht am Ende fort.                                                                  

Johnny Cash kennt diese Schmerzen. Es geht um Leid, was sich nicht so schnell lindern lässt. Den Teufelskreis, in den die Sucht einen ziehen kann. Und um den Schmerz, den man fühlt, wenn man Menschen verliert. Johnny Cash hat in seinem Leben keinen Schmerz dieser Welt ausgelassen. Kennt Scheidung, Alkohol und Tablettensucht, weiß was ein kalter Entzug ist und ein Rückfall. Weiß, wie es ist, ein Superstar zu sein, aber auch, wie es ist ganz tief zu fallen.

Musik:
If I could start again, a million miles away, I would keep myself. I would find a way.         
 
Autorin:
Wenn ich von vorn anfangen könnte, eine Million Meilen von hier entfernt, dann würde ich mich bewahren und meinen Weg finden.

In Johnny Cashs Leben hat sich diese Strophe bewahrheitet. Er hat „seinen“ Weg im Gegensatz zu vielen anderen Stars gefunden. Weil er jemanden an seiner Seite hatte, dem er vertraut hat. Einen, der den Schmerz kannte. In der  Bibel heißt es über ihn: „Führwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen“. Cash hat an ihn geglaubt. An Jesus Christus. Und macht daraus kein Geheimnis. Wenn man das Cover der CD „The man comes around“ aufschlägt, sieht man eine Nahaufnahme seiner Hand. Er trägt einen Ring mit dem Gekreuzigten. Alle sollen es wissen: Jesus ist ihm zu einem Freund geworden, als es ihm beschissen ging. Als er selbst voll Schmerzen war.

Audiobeitrag Hurt


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