Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.11.06, 14-15 Uhr, Pfarrer Jost Klausmeier-Saß

Zuhören

Es gab einen Kunden, der dann auch immer erzählt hat, dass er Stress mit seiner Freundin hatte, nach Rat gefragt hat.

Dass die Freundin irgendwie fremd gegangen ist.. Er wusste halt nicht, ob er die Beziehung komplett beenden soll.  Er hat halt gefragt, „du als Frau, was sagst du denn dazu?“

Sprecherin:
Moghan suchte eigentlich nur einen einfachen Job.
Ohne viel Aufwand Geld verdienen, um noch genug Zeit für die Schule zu haben.
Was sie fand, war Arbeit in einem Sonnenstudio. Aber hier war es komplizierter, als sie sich gedacht hatte. Nicht nur Rumsitzen und Sonnencremes verkaufen. Viele Kunden kommen nämlich nicht nur für die „Fassadenpflege“ ins Studio, sondern um sich was von der Seele zu reden. Das hat Moghans Chefin ihr schon am ersten Arbeitstag klargemacht:

O-Ton 2:
Die Chefin hat uns halt auch direkt gesagt, wenn ihr anfangen wollt, dann müsst ihr halt auch fähig sein, mit Menschen zu reden und auch zuzuhören, weil gerade das Zuhören ist wichtig, weil dann sich die Kunden  wohlfühlen. Als ob sie zu einem Bekannten gehen.

Sprecherin:
Ziemlich viele Menschen sind  auf der Suche. Auf der Suche nach jemandem, der zuhören kann. Ein bisschen Zeit und Geduld, sich auch was Trauriges anzuhören.
Und weil es davon offenbar nicht genug gibt, gehen sie in ihrer Not zum Beispiel ins Sonnenstudio.

Wie wäre es, wenn wir Moghan und allen anderen Angestellten in Sonnenstudios mal Arbeit abnähmen - und ab sofort besser zuhörten?

Wäre doch eine wunderbare Aktion - und jeder würde sich wohler fühlen.
Besser verstanden. - Akzeptierter.
Und das vollkommen gratis!

Sprecherin: Christiane Birgden

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