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Hape Kerkelings Suche nach Gott, Teil 3
Guide me God and I will find you. Führe mich Gott und ich werde dich finden.
Autor: Die glücklichen Fügungen in deinem Leben, Situationen, in denen dir die richtigen Menschen zur richtigen Zeit begegnet sind, die Erfahrung, gerade noch einmal davongekommen zu sein ist das Zufall? Oder gibt es doch da oben einen Gott, der es gut mit uns meint? So gut, dass selbst das düstere Ende des Todes einem strahlenden neuen Anfang weichen muss? Mit solchen Fragen hat sich Hape Kerkeling beschäftigt. Der Spaßmacher aus dem Fernsehen, beim Wandern auf dem Jakobspilgerweg in Spanien. Zu sich selbst wollte er finden und zu Gott, wie er in seinem Reisetagebuch erzählt, das auch als Hörbuch vorliegt.
O-Ton: Und nun sitze ich auf dem Bahnhof in Sahagún und zweifele fröhlich vor mich hin. Sollte ich jemals einen festen Glauben gehabt haben, dann will ich ihn zurück.
Autor: Ja, so eine Art unbeirrbarer kindlicher Trotz gehört wohl dazu, wenn wir Gott suchen und finden wollen. Und Menschen gehören dazu, Leute, mit denen man über mehr reden kann, als übers Wetter. Auf dem Jakobspilgerweg muss man sie nicht lange suchen, erzählt Hape Kerkeling in einem Interview:
O-Ton: Egal wen man trifft, man landet relativ schnell in einem Gespräch beim Eingemachten. Und das hab ich so noch nicht erlebt, und das macht den Pilgerweg, glaube ich, auch besonders.
Autor: Evi und Sheelagh zum Beispiel, zwei Pilgerinnen, die verrückte Sachen erzählen, von Wundern und göttlichen Fügungen, und dass Gott auf dem Weg mit ihnen gesprochen habe.
O-Ton: Aber die Selbstverständlichkeit, mit der diese wundervollen, intelligenten Frauen hier über sich und Gott reden, ist nicht verrückt, sondern ansteckend und beeindruckend. Sheelagh scheint meine Skepsis und Unbehaglichkeit zu riechen: Have trust. Vertraue dir und vertraue Gott, denn das ist das Einzige, was er von dir will. Dein Vertrauen!
Autor: Glauben gibt es nicht ohne Zweifel. Aber es gibt einen Glauben, Vertrauen, das dem Zweifel standhält. Hape Kerkeling hat dazu gefunden auf seinem Pilgerweg. An einem Tag, als er grundlos anfing zu heulen.
O-Ton: Ja, und dann ist es passiert! Ich habe meine ganz persönliche Begegnung mit Gott erlebt.
Autor: Mehr sagt er nicht dazu. Mehr lässt sich nicht sagen. Persönliche Gotteserfahrungen sind subjektiv. Man kann nicht objektiv über sie reden. Höchstens erklären, in welcher inneren Verfassung man sich befand. Von totaler gelassener Leere erzählt Hape Kerkeling, einem Zustand, der ein Vakuum entstehen lässt, das Gott dann entspannt komplett ausfüllen kann. Jeder Mensch sucht nach Halt, resümiert er seine Erfahrungen auf dem Jakobsweg. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen. Sich selbst loslassen, die Vergangenheit mit ihren Altlasten, die Sorge um die Zukunft. Loslassen und sich fallen lassen. Im Vertrauen auf Gott. In seine Hände.
O-Ton: Der Schöpfer wirft uns in die Luft, um uns am Ende überraschenderweise wieder aufzufangen. Es ist wie in dem ausgelassenen Spiel, das Eltern mit ihren Kindern spielen. Und die Botschaft lautet: Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich. Und wenn ich es Revue passieren lasse, hat Gott mich auf dem Weg andauernd in die Luft geworfen und wieder aufgefangen.
Musik: C Cool & the Gang: God will find you, 7070
Musik: Sinead O'Connor - Guide Me God aus: Collaborations, 7243 563 852 21
Hape Kerkelings Suche nach Gott, Teil 3
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