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Mit Herz und Hand
Burt war neun, als sein Zwillingsbruder starb. Jetzt ist er über 60 und hat jeden Tag an den Tod gedacht. Aber schwermütig ist er deswegen nicht geworden. Im Gegenteil.
Burt Munro ist ein fröhlicher Mann, etwas kauzig und ein Motorradfan. Jeden Tag tüftelt er in seinem Schuppen, damit seine Maschine, eine 46 Jahre alte Indian, noch schneller wird. Oft leistet ihm sein kleiner Nachbarsjunge Tom dabei Gesellschaft. Einmal blättern die Beiden nebenbei in einem alten Fotoalbum.
O-Ton: Haben Sie keine Angst, dass Sie sterben, wenn Sie verunglücken? Nein. Nein, du
du erlebst mehr in fünf Minuten auf so ner Maschine bei Vollgas als manche Menschen in ihrem ganzen Leben. Und, äh,
ja mehr in fünf Minuten. Das ist mein Dad. Und meine Mum
die sind alle tot. Gott, das Leben ist so schnell vergangen. Weißt du, Gefahr ist die Würze des Lebens, und ab und zu muss man ein Risiko eingehen, findest du nicht, mein Sohn. (
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Autorin: Dies ist nur eine von Burts Lebensweisheiten. Auch eine andere hat mit dem Tod zu tun und entspricht der Weisheit eines biblischen Gebets: »Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.« Klug werden heißt für Burt: das machen, was wichtig ist, denn das Leben dauert nicht ewig. Darum will Burt endlich verwirklichen, wovon er 25 Jahre geträumt hat: Mit seiner alten Indian will er einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Dafür muss der Neuseeländer in die Salzwüsten von Amerika reisen und bei der legendären »Speed Week« mitfahren. Natürlich finden die Nachbarn Burts Traum abwegig.
O-Ton: Dad sagt, Sie schaffen es nicht. Ach. Hat er gesagt? ¬ Er sagt, das würden alle denken. Aha!? Verstehe. Alle außer mir. Bist ein guter Junge, Tom. Ich werd dir mal was sagen, mein Junge: Wenn du deine Träume nicht in die Tat umsetzt, kannst du auch ein Stück Gemüse sein. Was denn für n Gemüse? Keine Ahnung. Ein Kohlkopf, ja, ein Kohlkopf.
Autorin: Bei seiner langen Reise nach Amerika trifft Burt interessanterweise nur auf Menschen, die seinen Traum unterstützen. Er gewinnt sie durch sein Verhalten, das so ganz ohne Berechnung ist. Tina zum Beispiel, ein Transvestit mit viel Herz, gibt ihm völlig unüblich in einem Stundenmotel ein Zimmer für mehrere Nächte. Und dann noch zu einem günstigen Preis. Anstatt sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen, holt jeder das Beste aus sich raus, für den Anderen. Ich bin überzeugt, dass Menschen so werden, wenn sie »klug« leben. Also, lass uns das machen, was wichtig ist, Gott: dem Anderen mit Respekt begegnen und den eigenen Traum im Visier haben. Am Ende steht Burt bei Sonnenaufgang an dem trockenen Salzsee in Utah. Neben ihm der Tramper Rusty.
O-Ton: Ich werd Ihnen was sagen, Rusty, das hier ist heiliger Boden, wissen Sie das? Heiliger Boden. Und ich bin jetzt hier.
Autorin: Die Lebensgeschichte von Burt Munro ist zurzeit in den Kinos zu sehen. Der Film heißt »Mit Herz und Hand«. Er zeigt: Alle haben etwas davon, wenn ein Mensch klug wird und mit Herz und Hand das Wichtige tut. Es stimmt ja: Für alles andere ist das Leben zu kurz. Mein Leben und ihr Leben auch!
Mit Herz und Hand
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