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Sorge nicht !
Endlich ist Wochenende! Sie haben heute Morgen noch ein paar Dinge zu erledigen, aber dann freuen Sie sich darauf, entspannen und abschalten zu dürfen,
die täglichen Sorgen ein wenig hinter sich zu lassen, Sie selbst sein zu dürfen, die Seele baumeln zu lassen und den Geist aufzuhellen. Ängstliches Sorgen und Mühen verdunkeln den Geist.
Eigentlich sollten alle unsere Tage entspannt und sorgenfrei sein. Sorgt euch nicht!, rät Jesus seinen Jüngern. Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?
Gemeint ist nicht die nüchterne Vorsorge für den Lebensunterhalt und die Fürsorge für die Familie, sondern die Sorge, die mit Angst verbunden ist: die bange Erwartung oder die Furcht vor etwas. Diese Angst beeinträchtigt unsere Arbeit. Sie bedrückt uns. Sie hindert uns daran, unsere Arbeit gern zu tun und Kreativität zu entwickeln. Wir fühlen uns von unserer Arbeit getrieben und bleiben in ständiger Unruhe. Wenn wir nur um uns und unsere Angst kreisen, wird unser Leben von der Sorge blockiert. Unruhig halten wir nach immer neuen Wegen der Absicherung Ausschau und leben doch an uns selber vorbei.
Ängstliches Sorgen und Mühen hindern uns unverkrampft und besonnen zu handeln. Sie geben Anlass zu unsinnigen Ausgaben und Absicherungen im privaten Leben wie in der großen Politik. Jesus möchte uns von dieser ängstlichen Sorge befreien, damit wir besonnen die Verantwortung für uns und unsere Umgebung übernehmen.
Die Kunst besteht darin, für die Zukunft zu sorgen und doch immer wieder loslassen zu können. Das zu tun, was in unserer Hand liegt, und alles andere vertrauensvoll Gott zu überlassen. Den eigenen Wert zu kennen und sich geliebt zu wissen und doch nicht perfekt sein zu wollen.
Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
Statt im Vertrauen auf Gottes Fürsorge zu leben, meint der Mensch in seiner ängstlichen Sorge, alles hänge von ihm ab, von seiner Leistung und seinem Erfolg. Doch nur das Vertrauen befreit uns von quälender Sorge, von überzogenen Ansprüchen und unrealistischen Erwartungen, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen.
Jesus möchte, dass wir wie Kinder werden, bei denen nicht die Sorge, sondern das Vertrauen im Vordergrund steht, das Vertrauen auf die Eltern, die für sie sorgen, auf den göttlichen Vater, der weiß, was sie brauchen.
Der Dichter Rainer Maria Rilke hat diese Haltung sehr zutreffend in einem Gedicht beschrieben:
Sprecherin: Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und lass dir jeden Tag geschehen So wie ein Kind im Weitergehen Von jedem Wehen Sich viele Blüten schenken lässt.
Sie aufzusammeln und zu sparen das kommt dem Kind nicht in den Sinn. Es löst sie leise aus den Haaren, drin sie so gern gefangen waren, und hält den lieben jungen Jahren nach neuen seine Hände hin.
Sorge nicht !
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