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Tobias
Heute können alle, die Tobias heißen, Namenstag feiern. Und sich an einen Mann erinnern, der ein besonderes Abenteuer bestehen musste: Seine Hochzeitsnacht.
Da ging es um Leben und Tod. Denn Tobias Braut, eine schöne junge Frau namens Sarah, galt als männermordendes Weib. Wenn du dich mit der einlässt, kannst du dir gleich den Grabstein bestellen, witzelten seine Kumpels. Denn in der Hochzeitsnacht war bisher jeder ihrer Männer umgekommen.
Immerhin: Sie unterstellten Sarah keine Mordlust, sondern vermuteten, dass sie von einem Dämon besessen sei. In biblischen Zeiten nichts Ungewöhnliches. Damit erklärten sich Menschen, wie es zu merkwürdigen Todesfällen, plötzlichen Krankheiten oder bösen Streitereien kam. Heute ist uns dieses Denken zwar fremd. Allerdings kennen wir, wie Sarah, die Erfahrung, in einem Teufelskreis zu stecken, der sich immer wiederholt. Etwa die Erfahrung vieler Frauen und Männer, dass jede neue Liebe stirbt, obwohl sie doch ihr Bestes gegeben haben.
Tobias lässt sich von Sarahs Vorgeschichte nicht abschrecken. Er liebt sie und will sie heiraten. Darum berät er sich mit Asarja, seinem Freund. Der gibt ihm für die Hochzeitsnacht einen besonderen Rat. Gegen den Dämon soll er bestimmte Gerüche einsetzen. Dann soll er mit Sarah zusammen beten, Gott um seinen Beistand für ihre Liebe bitten.
So beginnt diese Hochzeitsnacht zunächst ganz fromm: Herr, du Gott unserer Vorfahren, wir preisen dich. In alle Ewigkeit soll dein Name gelobt werden. Du weißt, dass ich mit dieser Frau nicht nur flüchtige Lust suche, sondern mich in lebenslänglicher Treue mit ihr verbinden will. Deshalb hab Erbarmen mit uns beiden und lass uns bis ins Alter beisammen bleiben, betet Tobias. Und Sarah bekräftigt es mit Amen, so geschehe es, (Tobias 8, 7+8)
Danach liebten sie sich die ganze Nacht. Und noch viele weitere Nächte. Denn der Bann war gebrochen. Sarah und Tobias wurden ein glückliches Paar. Verwundert fragten die Leute Sarah, wie sie es geschafft habe, den Teufelskreis zu verlassen.
Wir haben zweimal um Hilfe gebeten. Bei dem weisen Asarja und bei Gott. Asarja hat sich unsere Geschichte genau angehört und uns darauf gebracht, was diesmal ganz anders sein kann als sonst. Es klingt vielleicht merkwürdig aber es lag viel an unserem Gebet. Als wir beteten, habe ich mich Tobias ganz nah gefühlt. Ich konnte ihm sogar meine große Angst zeigen. Und es verschwand bei mir der Druck, mein Glück aus eigener Kraft herbei zwingen zu müssen. Ich konnte unsere Liebe Gott anvertrauen. Das hat mich für Tobias befreit. Mir war, als fiele eine riesige Last von mir ab.
Darum bin ich beiden sehr dankbar: Tobias, dass er sich auf dieses Abenteuer mit mir eingelassen hat. Und Gott, dass unsere Liebe so lebendig ist.
Tobias
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