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Afrikaner zu Besuch
Wie wäre das, wenn heute einer zu mir käme, der das hier alles nicht kennt? Würde mir zusehen, wie ich noch müde im Bett liege, wie ich mich ganz selbstverständlich unter
eine warme Dusche stelle, würde sich meine Tagespläne und Sorgen anhören, einen Blick in unsere Zeitung werfen?
Es wäre, als würde ich selbst einen Schritt zurücktreten und mir bei meinem Alltag zusehen. So ging es auch Amano Kipimo, einem von sieben Jugendlichen aus Tansania, der drei Wochen zu Gast in unserer Kirchengemeinde war. All das, was für mich selbstverständlich ist, war für ihn neu. Und doch gibt es etwas, das uns verbindet mit diesen wildfremden Menschen aus Afrika . Amani Kipimo, der junge Buchhalter aus Dares Salam :
O-Ton: The only thing which connect us is Jesus
We are here because of Jesus.
Overvoice: Der einzige Grund, warum wir verbunden sind, ist Jesus. Wenn es Jesus nicht geben würde, dann würden wir nicht diesen Austausch haben. Wir sind wegen Jesus hier.
Autor: Er hat ja recht, aber hätten wir das auch einfach so sagen können? Jesus? Es war ein Austausch zwischen zwei Kirchengemeinden einer Stadtgemeinde in Dares Salam und einer Dorfgemeinde bei Unna. Gäbe es Jesus nicht, gäbe es die Gemeinden nicht, gäbe es den Austausch nicht. Klar, was uns verbindet ist der Glaube an Jesus Christus. Deshalb sind unsere Gottesdienste auch so wichtig gewesen.
Musik: Live-Trommeln
O-Ton: In Tansania we take a lot of time to sing through different choires
compared to here
Overvoice: In Tansania wir nehmen uns viel mehr Zeit zum Singen. Da gibt es viele verschiedene Chöre. Darum dauert der Gottesdienst auch länger, bis zu dreieinhalb Stunden.
Autor: Ja, wir haben eine andere Art Gottesdienste zu feiern, unser Leben zu gestalten, und über Jesus zu reden als unsere afrikanischen Gäste. So direkt, so unkompliziert, so lebendig wären wir manchmal auch gerne. Doch wir leben in unterschiedlichen Kulturen. Was wir voneinander gelernt haben ist das zu akzeptieren. Eben nicht die jeweils andere Kultur zu kritisieren, Amani Kipimo
O-Ton: You know, as your things to be good or not good it also depends on the culture. For instance ... So but when you do something which is against God that would be very difficult, but if God allows it: Yes
Overvoice: Es ist schwer zu beurteilen, was gut oder schlecht ist, weil es von der jeweiligen Kultur abhängt. Manchmal sehe ich Dinge hier, die kann man auf unsere Kultur nicht anwenden und ich könnte sagen: So geht das aber nicht. Und umgekehrt seht ihr einiges in unserer Kultur und sagt: Oh, nein! Deshalb ist es schwer zu sagen, was gut ist und was schlecht ist. Ich meine, um es einfach zu machen: Gut ist alles das, was Gott erlaubt.
Autor: So einfach hätte ich es nicht sagen können. Es geht nicht darum das mir Fremde, die anderen zu bewerten. Dafür fehlen mir die Kriterien. Der alleinige Maßstab ist Gott. Was ihm gefällt. Danke, Amani für diese Antwort. Jetzt muss ich sie nur noch in meinem Alltag umsetzen. Auch wenn ich auf Deutsche treffe, die mir manchmal noch fremder sind als ihr Afrikaner es für mich gewesen seid.
Afrikaner zu Besuch
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