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Enger Tisch und weiter Raum
Es gibt Sätze, die machen einem klar: hier ist die Diskussion zu Ende. Alles Weiterreden hat keinen Zweck mehr.
Zum Beispiel, wenn einer der Eltern sagt: Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst...
Schon mal gehört? Mit selber entscheiden ist dann nichts mehr. Den eigenen Willen durchsetzen? Von wegen! Und prompt setzt das Gefühl ein: Nie darf ich das, was ich will. Immer bestimmen andere über mich.
Bei näherer Betrachtung ist das natürlich Unsinn. Aber egal, ob man nun vierzehn ist oder vierzig es gibt immer wieder Augenblicke, wo man sich wie eine Marionette fühlt. Andere ziehen an den Strippen und bestimmen, wos langgeht. So blöd diese Situationen auch sind mir haben sie weitergeholfen bei der Frage: Wo ist Gott? Wo ist Gott bei all den Kriegen und Hungersnöten? Bei all dem Unrecht auf dieser Welt?
Wenn ich diese Frage höre, dann frage ich zurück: Und was tust du für den Frieden und gegen das Unrecht? Wo es dir in den Kram passt, willst du frei sein. Und da, wo dir das Leben entgleitet, willst du die Verantwortung abgeben.
Gott stellt meine Füße auf weiten Raum und zwängt sie nicht unter einen engen Tisch (Ps 31,9). Und ob ich nun alles um mich herum niedertrampele, oder ob ich meine Wege so wähle, dass auch die anderen genug Raum haben, das liegt zum großen Teil in meiner Verantwortung.
Sprecherin: Christiane Birgden
Enger Tisch und weiter Raum
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