Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

02.09.06, 6.30-07 Uhr, Pfarrer Matthias Köhler

Fair play - fair pay

Die WM leider vorbei. Die Superstars haben die Bälle getreten und für spektakuläre Tore gesorgt.

Die Kicker wurden dafür mehr als fair bezahlt, denn das es im Profifußball um enorme Summen geht, ist ja kein Geheimnis. Weniger fair werden allerdings die bezahlt, die die Arbeitsmaterialien für die Rasengötter herstellen.

Ein Fußball wird in zweistündiger Akkordarbeit aus über 32 Einzelteilen mit über 700 Stichen zusammengenäht. Der Stundenlohn für die Menschen, die die Kugel in überhitzten und staubigen Fabrikhallen fertigen beträgt nur sechzig Cent. Kinder sind besonders für die Fußballproduktion geeignet, weil ihre kleinen Hände besonders feine Nähte herstellen. Ein Tritt eines Profis ist Tausende Euros wert, die Lohnkosten für einen Fußball  betragen nur knapp einen Euro.

Die Welt zu Gast bei Freunden. Doch unter Freunden zieht man sich jedenfalls eigentlich nicht über den Tisch. Wenn viele ausgebeutet werden und wenige gigantische Gewinne machen – dann ist das nichts anderes als ein über den Tisch ziehen.

Fair gehandelte und bezahlte Produkte, zu erkennen am Transfairsiegel, sind ein Anfang. Fair gehandelte Produkte garantieren den Herstellern Löhne, von denen man leben kann und garantieren uns den Verzicht auf Kinderarbeit. Faire Löhne ermöglichen es den Menschen, menschenwürdige Zustände in ihren Heimatländern zu finanzieren.
Hungerlöhne produzieren Hunger, Armut, Überlebenskampf.
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Die entscheidende Wende muss sich nicht nur in den Köpfen von Sportmanagern und Konzernchefs vollziehen, sondern in unseren. Die Geiz ist Geil Spirale des „immer billiger“ zieht Menschen weltweit über den Tisch.

Sprecherin: Michael Birgden

 

Audiobeitrag Fair play - fair pay


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