Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

18.08.06, 19-20 Uhr, Pfarrer Matthias Köhler

Sommer-Sonne-Cabrio

Was für ein Sommer. Sonne satt. Temperaturen über 25 Grad. Alles perfekt. Wenn man eine Klimaanlage in seinem Auto hat. Ich habe keine.

Wenn ich nachmittags ins Auto steige, dann ist es darin meistens schon tierisch heiß. Wenn ich dann meinen Nachbarn sehe, der sein Autodach elegant im Kofferraum verschwinden lässt, dann  wünsche ich mir das auch.

Und dann überall noch die Cabriowerbung. Silbrig glänzende Flitzer sausen über verwinkelte Strassen am Meer. Die Haare wirbeln im Wind, die Sonne spiegelt sich in Sonnenbrillen und aus den Boxen ertönt coole Musik. Und dazu die passenden Werbesprüche: „Wenn es einen Gott des Windes gibt, dann ist das sein Tempel.“ Oder: „Ohne Sonne gibt es kein Leben. Beten Sie sie an!“

Werbetexter spielen damit: Cabriofahren ist mehr als Fortbewegung. Cabriofahren als religiöse Erfahrung. Das Cabrio als Tempel. Zum Anbeten.

Der alte Luther hat mal formuliert: Woran der Mensch sein Herz hängt, das ist sein Gott.

Vielleicht ist Cabriofahren so schön, weil wir beim Fahren nicht so abgeschnitten sind von dem Leben da draußen. Wind und Weite gegen den Altagsstau. Gottes Atem in meinen Haaren.

Einen kleinen Andachtsraum habe ich übrigens auch in meinem Auto. Ein Schiebedach. Ein kleines Stückchen Himmel für mich... .

Sprecherin: Christiane Birgden


 

Audiobeitrag Sommer-Sonne-Cabrio


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