Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

19.08.06, 6.30-07 Uhr, Pfarrer Dr. Florian Schmitz-Kahmen

In die Zukunft steuern

Es gibt zwei Dinge, die nicht sonderlich beliebt sind: Das eine sind die Steuern. Und das andere sind die Gottesdienste am Sonntagmorgen.

Ist doch so: was die Steuern betrifft, wird überall gestöhnt, wie viel man von seinem sauer verdienten Geld abdrücken muss. Und was die Gottesdienste betrifft, sind unsere Kirchen sogar schon an Weihnachten schon zu groß.

Dabei finde ich, dass beide – Steuern und Gottesdienste – besser sind als ihr Ruf. Wenn wir keine Steuern zahlen würden, dann gäbe es kein Gesundheitswesen, keine Polizei, keine Kindergärten, Schulen und Universitäten. Stattdessen gäbe es nur noch ein paar Superreiche und abertausend Arme. Und um die würde sich – mit Verlaub – kein Schwein kümmern. Weil jeder auf sich selbst gestellt ist. Keine prickelnde Aussicht, wenn man bedenkt, auf welcher Seite ich da schnell da stehen würde.

Das gleiche gilt für die Gottesdienste: Ohne Gottesdienste gäbe es kein gemeinsames Nachdenken mehr über das, was im Leben wirklich zählt. Stattdessen würde jeder für sich selbst an der Sinnfrage herumbasteln. Und auch hier wäre sich dann jeder selbst der Nächste. Ein Land voller Egoisten, die alle Gott spielen wollen.

Aber was tun? Jedenfalls nicht jammern. Gejammer gibt es schon genug bei uns. Geschickter hat’s seinerzeit Jesus angestellt. Er hat einmal sinngemäß gesagt: Denk einfach mal darüber nach, ob bei dir der Staat, dessen Teil du bist, und ob Gott, dessen Kind du bist, zu dem Recht kommen, dass ihnen zusteht. Und wenn du das getan hast, dann gib dem Staat, was des Staates ist, und Gott, was Gottes ist! (Mt 22,21a)

Sprecherin: Christiane Birgden

 

Audiobeitrag In die Zukunft steuern


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