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Ceasar Molebatsi - Trotzdem ein erfülltes Leben
Autorin: Es fehlte nicht viel und Ceasar Molebatsi aus dem südafrikanischen Soweto wäre als Brandstifter im Gefängnis gelandet.
Als 17-Jähriger schon, damals im Jahr 1965, als er voller Hass auf einen weißen Autofahrer war, der sein Leben ruiniert hatte. Kein Gedanke daran, dass Molebatsi einmal ein bekannter Jugendpfarrer in Soweto werden würde, ein gefragter Berater und derzeit auch Präsident des weltweiten CVJM.
Musik: CD: Johnny Clegg und Savuka, Cruel, Crazy, Beautiful World. EMI 1989, CDP 793 44 62
Autorin: Der Tag des Unfalls veränderte sein Leben, denn der Weiße, der ihn auf dem Fahrrad angefahren hatte, ließ ihn achtlos liegen, schwer verletzt, und schimpfte über das Niggerblut an seinem Auto, erzählt Molebatsi heute:
O-Ton: When I came out of hospital ... Als ich aus dem Krankenhaus kam nach vier Monaten, hatte ich nur eine einzigen Wunsch, nur einen: Ich wollte diesen weißen Mann drankriegen. Ich sage dir, was wir geplant hatten: Wir haben raus gefunden, wo er wohnte und wir wollten sein Haus niederbrennen (... to burn his house).
Autorin: Rache nehmen, gemeinsam mit seinem Bruder George. Koste es was es wolle. Wenn Ceasar Molebatsi heute davon erzählt, klopft seine Hand energisch auf das Bein, das kein Bein mehr ist, sondern eine Prothese, und ihn den Unfall nie vergessen lässt. Laufen, Klettern, Springen - für den heute 57-Jährigen sollte das seit dem Unglückstag nie wieder möglich sein. Wie versteht er den biblischen Leitspruch jetzt für den Monat August, in dem Jesus sich als guten Hirten bezeichnet: Ich bin gekommen, um ihnen das Leben in ganzer Fülle zu schenken, heißt es dort im Johannesevangelium.
O-Ton: Well, it has come true
Doch, das ist schon wahr geworden, aber auf dem Hintergrund dessen, dass es eben kein Leben in Fülle war.
Autorin: Molebatsi nickt nachdenklich und man sieht ihm an, dass einige Stationen seines Lebens dabei Revue passieren. Wie sein Hass langsam schwand, als er kurz nach dem Unfall Christ wurde. Wie er als Jugendpfarrer in Soweto, wo seine vier Söhne aufwuchsen, viele Jahre mit jungen Leuten gegen die Apartheid kämpfte. Seine eigene Fernsehshow nach der Wende, in der er sich gegen soziale Missstände, Gewalt und Korruption im neuen Südafrika einsetzte. Die vielen internationalen kirchlichen Aufgaben heute und seine Beratertätigkeit für Regierung, Wirtschaft und Nicht-Regierungsorganisationen in der Armutsbekämpfung. Nein, sein körperliches Handikap hat sein Leben nicht zerstört.
O-Ton: When I became a christian the first thing I had to learn ... Das erste, was ich lernen musste, als ich Christ wurde, war, wie man sich richtig freut! Das ist durch Jesus möglich. Denn du lernst zu vergeben, all den Menschen, die dir etwa genommen haben und auch in Bezug auf all die Dinge, die du nie hattest. Aber du lernst auch, dich selbst zu akzeptieren .
Musik wie oben, Titel Jericho (Intro)
Ceasar Molebatsi - Trotzdem ein erfülltes Leben
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