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Der weiche Kern
"Raue Schale, weicher Kern", so sagt der Volksmund und beschreibt damit einen Menschen, der nach außen beinhart ist, aber im Grunde seines Herzens butterweich.
"Raue Schale, weicher Kern" - Was ist eigentlich dieser weiche Kern? Was ist das eigentlich in uns, das sich wie ein kleines Kind nach Liebe und Geborgenheit sehnt? Was ist das eigentlich für ein Kern, der anderen Liebe geben möchte; der freundlich und selbstlos sein will und an das Gute in allen Menschen glaubt? Was ist das eigentlich in uns, das manchmal so hilflos ist, so traurig, so verwirrt? Für mich ist das unsere Seele. Unsere Seele als unser eigentliches Ich. Wenn unsere Seele krank ist, dann sind wir Menschen im Ganzen krank. Wenn unsere Seele gesund ist, dann können sich auch Körper und Verstand gut entwickeln. Um gesund zu sein, braucht unsere Seele in all ihrer Weichheit und Sehnsucht einen Halt, an dem sie sich festhalten kann. Unsere Seele braucht einen Halt, der stärker und größer ist als sie selbst; einen Halt, der außerhalb von ihr selbst liegt und dem sie vertrauen kann.
Gott sei Dank gibt es diesen Halt. In einem alten Gebet in der Bibel finde ich diesen Halt sehr anschaulich beschrieben. In Psalm 23:
Sprecherin: "Der HERR ist mein Hirte, / mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue / und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. / Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, / fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, / dein Stecken und Stab trösten mich."
Autor: Es ist unsere Seele, die sich so verstanden und gehalten weiß: "Der HERR ist mein Hirte." Aber gleich wendet unser Verstand dagegen ein: "Ich bin doch kein Schaf!" Doch unsere Seele sagt: "Ja, ich bin manchmal hilflos wie ein Schaf."
"Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.": über diese Aussage freut sich unsere Seele und sie spürt, dass sie wahr ist.
Ein japanischer Christ hat einmal versucht, die großen Aussagen des 23. Psalms in kleine Münze umzuwandeln. Er beschreibt, wie Gott seiner Seele Kraft gibt:
Sprecherin: "Der Herr gibt mir das Arbeitstempo an. Ich brauche nicht zu hetzen. Er verschafft mir immer wieder einige ruhige Minuten, eine Atempause, wo ich zu mir kommen kann. Er stellt mir beruhigende Bilder vor die Seele, die mir wieder und wieder zur Gelassenheit verhelfen. Oft lässt er mir die Dinge ganz mühelos und unversehens gelingen, und ich kann erstaunlich groß sein. Ich merke: Wenn man sich diesem Herrn anvertraut, bleibt das Herz ganz ruhig. Seine stille Gegenwart befreit mich von aller Nervosität. Weil er über aller Zeit und allen Dingen steht, verliert alles andere an Gewicht. Es macht einfach froh, zu wissen, dass ich allezeit bei ihm daheim sein darf."
Der weiche Kern
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