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Unser tägliches Brot gib uns heute
Mümmelmannsberg ist für Hamburg das, was für Köln Ossendorf oder für Düsseldorf, na sagen wir mal: Garrath ist. Fährt man da hin, fährt man in eine Betonwüste.
In der U-Bahn sitzen Menschen, die in Fabriken ihren Lebensunterhalt verdienen. Oder Frauen die putzen gehen. Die meisten haben überhaupt keine Arbeit haben. Hier wohnen die, die Hartz IV kennen. Die ganz unten angekommen sind.
Ich musste hin, ich sollte eine Fußballgruppe leiten. Ein Sozialhilfeprojekt hatte angefragt. Sie wollten etwas für die Jungs hier tun. Es gab noch einen Anwärter auf diesen Job: einen Studenten der Sozialpädagogik. Wir kamen also an. Das Projekt hatte einen hoffnungsvollen schönen Namen: Sonnenhof. Das Haus war dementsprechend schön leuchtend gelb angemalt. Der Leiter des Projekts stellte uns sich und sein Haus vor. Hier gab es alles: Gruppen, die Musik machten, Selbstverteidigung für Mädchen, einen riesigen Raum zum Spielen. Dann kamen wir an der Küche vorbei. Tja, erklärte der Projektleiter, es gibt einen regelmäßigen Mittagstisch. Bei vielen Familien reicht das Geld manchmal nicht aus für eine warme Mahlzeit, manche Eltern vergessen ganz einfach, für ihre Kinder zu kochen. Hier gibt es dann was. Ich habe die Fußballgruppe ein gutes Jahr mitbetreut. Wir haben zusammen gespielt, gelacht und gegessen.
Wenn ich zu Gott bete, dann denke ich an diese Kinder: Hungrig nach Brot, hungrig nach Leben. Damals habe ich verstanden: Warum dieses Gebet so wichtig ist: Vater Unser, unser tägliches Brot gib uns heute!
Sprecherin: Silke Bartel
Unser tägliches Brot gib uns heute
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