Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

07.07.06, 5.56 Uhr, Elke Rudloff

Who says you can´t go home

Bestimmt kennen Sie das: Sie hören im Auto Musik. Und plötzlich geht das Kino im Kopf los. Ich hatte das kürzlich bei einem Stück von Bon Jovi. Für wen er das singt, weiß ich

Aber mir fiel ein Typ ein, ich nenn ihn mal Micha , auf den das Lied total passt.

[Ab hier Musik im Hintergrund leise einblenden, overvoicen]
I spent 20 years trying to get out of this place
I was lookin' for something I couldn't replace
I was runnin' away from the only thing I've ever known
And like a blind dog without a bone
I was a gypsyu lost in the twilight zone

Übersetzung für´s overvoicen
Ich hab 20 Jahre lang versucht, hier raus zu kommen
Ich hab etwas gesucht, was ich nicht ersetzen konnte
Ich bin weggelaufen vor dem Einzigen, was ich kannte
Und wie ein blinder Hund ohne Knochen
lief ich als Vagabund durch die Dämmerung

Micha ist von zuhause abgehauen, weil ihm alles zu eng und zu langweilig war. Seine Familie, sein Dorf - immer war alles geregelt und das ging ihm schwer auf den Geist. Nix wie weg, dachte er sich und ließ sich von seinem Vater auszahlen. Der  gab ihm auch seinen Anteil an dem Erbe und sah schweigend hinter ihm her, bis Micha am Horizont verschwunden war.

In der Stadt haute Micha das Geld auf den Kopf. Zusammen mit Leuten, die er für seine Freunde hielt. Aber als das Geld alle war, war es auch mit den Freunden vorbei. Dann lebte Micha eine Zeit lang vom Schnorren. Bis er einen Job bei einem Bauern fand. Das war hart. Er musste draußen schlafen und bekam noch nicht mal den Schweinefraß, als er Hunger hatte.
Irgendwann war Micha an dem Punkt, wo nichts mehr ging. Er wollte nur noch nach Hause. Wie ein kleines Kind. Aber als Kind konnte er da nicht mehr ankommen – das hatte er sich verspielt, dachte er. Vielleicht würde sein Vater ihn ja noch als Arbeiter nehmen. Auch das wäre immer noch besser, als bei den Schweinen sitzen zu bleiben. Und so er zog wieder los. Jetzt in die andere Richtung, mit der Frage im Kopf: Wer sagt eigentlich, dass du nicht nach Hause gehn´ kannst?

Refrain (laut, overvoicen
Who says you can't go home
There's only one place that call me one of their own
Just a hometown boy, born a rolling-stone, who says you can't go home
Who says you can't go back, been around all around the world and
that's a matter of fact
There's only one place left I want to go, who says you can't go home
It's alright, it's alright, it's alright, it's alright...

Wer sagt, dass du nicht nach Hause kommen kannst
Es gibt nur einen Ort, wo sie dich einen der Ihren nennen
Wer sagt, dass du nicht zurückkehren kannst, wenn du überall in der welt umhergezogen bist
Es gibt nur einen einzigen Platz, wo ich hingehen will. wer sagt, dass du nicht nach Hause gehen kannst.
Das ist schon in Ordnung so ....


Erzählung:
Als er sein Elternhaus in der Ferne sah, überlegte er sich, was er seinem Vater eigentlich sagen wollte. Dass er Fehler gemacht hatte? Dass das ganze Geld weg war? Dass er einfach keine Kraft mehr hatte, um gegen Kälte und Hunger anzukämpfen? ...Eine kleine Beichte voller Reue sollte es werden, doch dazu kam es nicht. Sein Vater sah ihn , lief ihm entgegen und fiel ihm glücklich um den Hals. Dass Micha es nicht mehr wert sei, sein Sohn zu sein, wollte er nicht hören. Für ihn war er immer sein Sohn geblieben. Selbst an dem Tag, als Micha sein Erbe verlangte und los zog.
Doch das war jetzt alles Geschichte. Und damit Micha ihm auch glaubte, steckte der Vater ihm seinen eigenen Siegelring an und holte ihm seinen besten Anzug aus dem Schrank. Dann wurde gefeiert.

Eine Geschichte, die wie die von Micha anfängt, kennen Sie bestimmt. Aber solch ein glückliches Ende für jemanden, der in der Gosse gelandet ist, gibt es nicht so oft. Jesus hat dieses Gleichnis mit Happy End erzählt.
Weil bei Gott die Haustür immer offen steht.
Weil es Vätern gut tut, ihren verlorenen Söhnen ein Stück entgegen zu kommen.
Und den Söhnen , dass sie erkennen, wie wertvoll ein Elternhaus sein kann.

Musik:
I've been there, done that, I ain't looking that
It's been a long long road
Feels like I've never left, that's how the story goes
It doesn't matter where you are, doesn't matter where you go
If it's a million miles aways or just a mile up the road
Take it in, take it with you when you go, who says you can't go home


Übersetzung

Ich war hier und dort
und sah nicht, dass es eine lange, lange Straße war
Es fühlte sich an, als sei ich nie weg gewesen
so geht die Geschichte
es ist völlig egal wo du bist
oder wohin du gehst
ob du eine Million Meilen weg bist
oder mal eben ein Stück
die Straße hoch
Nimm es in dich auf,
nimm es mit dir, wenn du gehst:
Wer sagt, dass du nicht nach Hause gehen kannst?

Audiobeitrag Who says you can´t go home


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