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Die Welt zu Gast bei Freunden! (Gen 18, 1ff)
Gäste machen immer Freude. So lautet ein Sprichwort. Die einen, wenn sie kommen; die anderen, wenn sie gehen. Tja, hinterher ist man immer schlauer.
Tja, hinterher ist man immer schlauer. Hinterher weiß man, wer mit am Tisch saß und bewirtet wurde.
Die Welt zu Gast bei Freunden! Dieses Motto der Fußballweltmeisterschaft ist zweifellos eine gute Idee; aber auch eine Herausforderung nicht nur für Sportler.
Es geht nicht um ein, zwei, höchstens drei Menschen, die plötzlich vor der Tür stehen und für eine Nacht ein Quartier suchen. Und unter uns: schon das wäre eine mittlere Katastrophe! Nein. Es geht gleich um die ganze, fremde Welt. Das weckt nicht nur Begeisterung. Gastfreundschaft im biblischen Sinne meint Fremdenfreundlichkeit. Aber: Wie begegne ich dem Fremden? Dem, der so ganz anders ist als ich? Dessen Sprache mir nicht nur spanisch, sondern vielleicht koreanisch oder gar arabisch vorkommt. Dessen fremde Art mir gelegentlich unheimlich ist. Mir auch Angst macht. Von dem ich nicht weiß, wie er sich benimmt. Und ob etwas mitgeht, wenn er geht. Man sieht eben nicht auf den ersten Blick, wen man ins Haus läßt.
Mit Fremden kann man eine Menge erleben. - Vielleicht sogar ein Wunder, wenn auch hoffentlich kein blaues.
Davon erzählt die biblische Geschichte eines Mannes namens Abraham, der mit seiner Frau Sarah eine Überraschung erlebt, als drei Fremde plötzlich vor seinem Zelt stehen. Drei Männer, die er noch nie zuvor sah. Und so plötzlich wie sie auftauchen, muß er sich entscheiden: bleiben sie als Fremde vor der Tür oder bittet er sie als Gäste herein?
Angst oder Mißtrauen den Fremden gegenüber wie vielleicht zu erwarten wäre - sind Abraham fremd. Ohne Zögern heißt er sie freundschaftlich als Gäste willkommen. Und das löst eine Kettenreaktion aus: Brot und Kuchen werden gebacken. Milch und Butter kommen auf den Tisch und nicht zuletzt wird ein gutes Kalb gebraten. Nicht nur für damalige Verhältnisse ein königliches Festmahl. Ja, dort wäre auch ich gerne Gast. Wer die drei Fremden sind, weiß der Gastgeber gar nicht. Nach ihren Namen hat er nicht gefragt. Sie sind einfach Fremde, die ihres Weges ziehen und Unterstützung brauchen. Diese Tatsache genügt, um sie so zu bewirten.
Zu Abrahams Zeiten ist jeder Fremde ein Gast. Und jeder Gast ein König. Lieber würde der Gastgeber hungern, als das heilige Gebot der Gastfreundschaft zu verletzten. Und Gastfreundschaft ist ihm heilig, denn Abraham weiß um ein Geheimnis: in einem Fremden kann dir Gott begegnen!
Und damit rechnet er - bei jedem Fremden. Er rechnet nicht mit dem Schlimmsten, sondern mit Gott selbst. Dementsprechend verhält er sich.
Wie sich letztlich herausstellt, hat der freundliche Gastgeber seine Rechnung mit Gott gemacht. Denn die drei Fremden erweisen sich als Engel, die als Boten Gottes Abraham ein Wunder verheißen: den so lang ersehnten Nachfolger.
Was wäre nur geschehen, wenn Abraham die Fremden einfach stehen gelassen hätte? -Gastfreundschaft ist immer ein Risiko. Aber wer nicht bereit ist, sich freudig überraschen zu lassen, wird auch kein Wunder erleben können. Der wird keine neuen Erfahrungen machen. Keinen neuen Freund gewinnen.
Ohne Zögern ist Abraham bereit, den Fremden Freundlichkeit, Fürsorge und Vertrauen zu schenken. Sozusagen blanko. Und er wird nicht enttäuscht. Gastfreundschaft meint Fremdenfreundlichkeit. Und das bedeutet: den Freund im Fremden zu suchen und ihn mit freundschaftlichen Augen zu sehen.
Vergeßt die Gastfreundschaft nicht; erinnert uns ein biblisches Wort. Denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt. (Hebr 13,2)
Die Welt zu Gast bei Freunden! (Gen 18, 1ff)
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