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Christen und Helden (Mk 2,1-12)
Seit zwei Wochen werden sie nun vielerorts bewundert: die Männer in den kurzen Hosen. Die Dribbelkünstler aus aller Welt. Die Stars auf dem Fußballfeld.
Sie sind schon lange nicht mehr nur Zauberer am Ball. Sie sind Helden. Manche steigen sogar zu Göttern auf.
Eine Geschichte von vier biblischen Helden spielt in einem Haus in Israel. Dort befindet sich Jesus; umringt von Jüngern und heute würde man wohl sagen: Fans. Seine große Anhängerschaft macht es den Vieren unmöglich, ihn zu sehen oder gar an ihn heranzukommen. Aber gerade das haben sie sich zum Ziel gesetzt - unsere vier Helden. Wie sie heißen, woher sie kommen
bleibt offen. Man weiß nur, daß sie einen Gelähmten zu Jesus bringen. Er soll den Kranken heilen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist den Vieren keine Last zu schwer. Kilometer weit tragen sie den Gelähmten auf einer Bahre. Und als sie nicht an Jesus herankommen, steigen sie auf das Dach des Hauses, decken es sogar ab, und lassen die Bahre an Seilen zu Jesus herunter.
Die Heilung selbst ist schnell geschehen und nicht sonderlich spektakulär. Der Gelähmte läuft wieder. Fertig. Nichts wirklich Atemberaubendes. Ein typisches Wunder eben.
Doch was ist jetzt das Heldenhafte an unseren Helden? Zuerst einmal ihr Einsatz. Sie helfen einem Kranken. Nicht allein durch gute Worte; sie lassen Taten sprechen. Nichts und niemand kann sie davon abbringen - keine Menschenmenge, kein weiter Weg. Kilometerlang gehen sie durch Sand und Geröll. Keine Stollen unter den Sandalen. Kein Masseur lockert ihre Muskeln. Allein mit der Kraft ihres Körpers und ihres Willens tragen sie die Bahre mit dem Kranken. Dann ist da ihre Phantasie. Gepaart mit Mut gehen sie unkonventionelle Wege. Ist die Tür versperrt, wird eben das Dach abgedeckt. Heldenhaft ist auch ihre Gemeinschaft. Sie sind keine Gruppe von Einzelgängern, sondern ein Team, das ein Ziel verfolgt: dem Nächsten zu helfen. Nicht sie sind die Stars, sondern der Kranke, der allein auf sie angewiesen ist. Und schließlich ist das Heldenhafte an den vier Menschen: ihr Glaube. Ein Glaube, der schier Unmögliches möglich macht. Ein Glaube aller Vernunft zum Trotz.
Und was geschieht nun mit unseren vier Helden? Sie haben das Spiel ihres Lebens gespielt und gewonnen. Berühmt sind sie dabei nicht geworden. Keiner kennt ihre Namen. Niemand überreicht ihnen einen Pokal oder bittet sie zum Interview. Ohne Bezahlung gehen sie ihres Weges und sind vermutlich damit zufrieden, die Bahre ohne Gepäck nach Hause tragen zu können. Das macht sie zu wahren Helden. Ohne viel Aufsehen krempeln sie die Ärmel hoch, arbeiten Hand in Hand und verteilen die Last auf ihren Schultern. Mit Phantasie und Mut meistern sie die Probleme des Lebens und verlieren den Nächsten nicht aus dem Blick. Sie lassen sich nicht feiern. We are the champions haben sie nicht gesungen. Denn was sie taten, war für sie selbstverständlich. -
Müssen Christen Helden sein? Der französische Schriftsteller Léon Bloy würde antworten: wer Christ ist und kein Held, ist ein Dreckskerl.
Christen und Helden (Mk 2,1-12)
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