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Urlaub - Atem holen
Wenn die Tage länger werden und endlich auch etwas wärmer, wenn viel Luft an die Haut kommt und ein leichter Wind den Körper umschmeichelt, dann ist wirklich Sommer.
Für viele ist es die schönste Zeit des Jahres: eine Zeit, den Alltag hinter sich zu lassen. Den Alltag, der oft nicht unseren Vorstellungen vom Leben entspricht. Der Urlaub soll andere Saiten in mir zum Klingen bringen, Saiten, die in all dem Kleinkram zwischen Hausarbeit und Beruf zu kurz gekommen sind. Ausruhen, Atem holen, Zeit für die Familie, für mich ganz allein, das sind Wünsche für die Urlaubszeit.
Urlaubszeit ist eine wichtige Ruhezeit, die die Arbeit ergänzt. Die erste Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose erzählt, dass Gott in sechs Tagen die Welt erschuf aber vollendet wird Gottes Werk erst durch die Atempause am siebten Tag: Gott sieht sich alles an, was er bis dahin gemacht hatte- und siehe , es war sehr gut. Und Gott segnete den siebten Tag, weil er an ihm ruhte, wie er auch alle seine Werke segnete. Ohne Innehalten wird die Arbeit zur Tretmühle, ohne freie Zeit der Alltag atemlos. Im Wechsel von Arbeit und Ruhe liegt Segen.
Urlaub erscheint als Inbegriff dessen, was uns im Alltag fehlt. Endlich freie Zeit, ohne Verpflichtungen. Im Urlaub wünschen wir uns einen Teil vom Paradies zu erhaschen. Aber am Urlaubsort angekommen, stellt man manchmal fest, dass das Paradies nicht von allein kommt. Plötzlich ist man den lieben langen Tag mit der Familie zusammen und das auf noch viel engerem Raum als zu Hause. Da ist es nicht nur harmonisch. Konflikte, die im Alltag verdeckt waren, treten hier manchmal offen zutage. Und vielleicht entdecke ich auch, dass ich im Rückblick auf die letzte Zeit nicht sagen würde: Siehe, es war sehr gut...
Ein Ortswechsel, ein paar freie Tage schenken mir neue Einsichten, bringen Arbeit und Ruhe wieder ins Gleichgewicht. Der Blick von einer Bergspitze über ein Gebirge, der weite Blick aufs Meer - sie helfen mir mein Leben neu zu ordnen. Manches kann ich dann anders sehen als zu Hause in meinem gewohnten Trott.
Viele gucken nach langer Zeit mal wieder in eine Kirche- lassen sich locken von der besonderen Atmosphäre in den schönen alten Gebäuden oder erleben einen Gottesdienst.
Die Urlaubszeit ist auch eine Gelegenheit, sich zu öffnen für Gott, der zu mir sagte, als ich auf die Welt kam: Siehe, es war sehr gut. Auch auf meinem Leben liegt Segen, Kraft des Lebens: Du bist gesegnet und du sollst ein Segen sein. Dieses Bewußtsein wärmt von innen heraus, es strahlt auch noch in mir, wenn ich schon längst wieder zu Hause bin und die Tage wieder kälter und kürzer werden.
Urlaub - Atem holen
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