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Die Arena-Kapelle
So, heute geht es los. Nichts kann es mehr halten - heute startet die Fußball-WM in Deutschland. Bei uns im Ruhrgebiet geht es heute los.
Um 21.00 Uhr beginnt das zweite WM-Spiel- in der Arena auf Schalke. Polen gegen Equador. An anderen Tagen spielen Argentinien, Serbien-Montenegro, Portugal, Mexiko, die USA oder Tschechien.
Viele wissen vermutlich gar nicht, dass das Stadion etwas ganz Einmaliges in Deutschland hat: Eine Kapelle mitten im Herzen des Fußball-Tempels. Sie wird ökumenisch verwaltet und von evangelischer Seite betreut sie Pfarrer Jochen Dohm. Seit nunmehr fast fünf Jahren sorgt er neben seiner eigenen Kirchengemeinde auch für Trauungen, Taufen und Gottesdienste in der Schalke-Arena. Und jetzt - während der Fußball-WM?
O-Ton: Wir haben für die Kapelle geplant, dass sie den Menschen offen steht, die in diesen Bereich kommen. Wir möchten gerne in der Landessprache der Spieler die Kapelle kurz erklären und ansonsten möchte ich gerne in englisch erklären, was diese Kapelle bedeutet oder wer deutsch kann, natürlich auch in deutsch. Und vielleicht auch den Spielern noch einmal ein Orientierung ermöglicht, nicht, dass der Sieg schön ist, aber auch ein Sieg nicht die Lebensgrundlage oder die Lebensplanung beeinflussen kann. Wir leben vom Anfang der Geburt auf ein Ziel hin, nicht auf ein Ende oder ein Spielende, sondern auf ein Ziel hin und das Ziel eines Christen oder einer Christin heißt immer Auferstehung. Das wird deutlich durch die Architektur dieser Kapelle. Sie liegt am Ende des Spielertunnels. Die Spieler werden also quasi mit der Nase drauf gestupps, wenn sie die Kabine oder das Spielfeld verlassen. Innen ist die Kapelle im schlichten schwarz und weiß gehalten, das Altarbild besteht aus elf Säulen mit vielen tausend übereinander gemalten Linien, die ihrerseits je nach Dichte ein schwarz-weißes Muster ergeben. Schwarz-weiß steht für Gegensätze - für Sieg und Niederlage, für Tod und Leben, für Freude und Trauer.
Das Wichtigste aber ist: Der Eingang in die Arena-Kapelle ist erstmal verstellt. Der Besucher muss zwischen zwei schwarz-weiße Wandscheiben durch, die sich bei näherem Hinsehen als ein geteiltes Kreuz erweisen. Ein Zeichen für die Auferstehung Jesu.
O-Ton: Das bedeutet: Ich renne nicht gegen den Tod und bleibe hängen, sondern dieses Kreuz hat einen Durchgang durch den Tod hindurch zum Ziel und dieses ist in einem Altarbild, in einem hellen Mittelbild eigentlich deutlich sichtbar und darum herum ist dann die Mobilität des Lebens mit den verschiedenen Kreisen und der ganzen Bewegung dann noch einmal aufgenommen.
Pfarrer Jochen Dohm wünscht sich für Spieler der WM-Nationalmannschaften, dass sie in der Arena-Kapelle erkennen: Das Leben beginnt mit der Geburt, hat viele Turbulenzen, Siege und Verluste. Und es hat ein Ziel. Die Auferstehung. Die Spieler können aber auch erkennen, wie Gott sie sieht:
O-Ton: Jeder Mensch ist ein Geschöpf, ich habe alle gleich lieb und das ist ja auch die Aussage in der Kapelle unten, in der Menschen begrüßt werden, nicht irgendwelche Sieger, nicht irgendwelchen fitten, sondern auch da haben wir die Bilder, dass wir den Menschen in seiner alltäglichen Auseinandersetzung begrüßen und ihn herausnehmen aus dem bunten Treiben der Arena, und dann ihn in die Kapelle geleiten durch ein geöffnetes Kreuz. Es entspricht eigentlich all dem, was ich so erlebe, die Aussagen der Kapelle nehmen das wieder auf und es kommt einfach zur Deckung und so bin ich einfach glücklich, dass ich auch an dieser Stelle mitarbeiten kann.
Die Arena-Kapelle
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