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Gott gibt niemanden auf
Ein schwieriges Wort steht im Mittelpunkt der Losung für diesen Tag, liebe Hörerinnen und Hörer, es ist das schwer verständliche Wort Sünde.
Wenn du, Herr, Sünden anrechnen willst - Herr, wer wird bestehen?
So heißt es in Psalm 130 Zunächst ein klärendes Wort zu dem, was wir unter Sünde zu verstehen haben. Sünde bezeichnet das zerstörte Verhältnis des Menschen zu Gott, zu seinen Mitmenschen und auch zu sich selbst und hat nichts mit Moral zu tun.
Sünde ist eine Erscheinungsform, die auf die Befindlichkeit des Menschen zurück geht. Sie ist der Widerhall unterschiedlicher, einander heftig widerstreitender Stimmen, die unsere Innenwelt bestimmen.
Der Apostel Paulus hat es einmal so bezeichnet: Eigentlich will ich gut sein, mir gegenüber also mich nicht überfordern oder mich aufgeben und gehen lassen; gut sein will ich auch anderen gegenüber sie also respektieren, nicht verletzen und freundlich und hilfsbereit sein; gut sein will ich auch Gott gegenüber also seine Gebote ernst nehmen und ihn ehren und loben.
Aber ich muss immer wieder erkennen, dass ich oft das Gegenteil dessen tue, was ich eigentlich will.
Auch ich persönlich kenne diese Erfahrung. Manchmal stehe ich regelrecht neben mir und staune darüber, was ich gerade tue oder sage. Denn anderes hatte ich mir zu tun oder zu sagen vorgenommen. Aber ich bin dann wie gehalten, wie gelähmt oder fühle mich zu bestimmten Verhaltensweisen und Aussagen gedrängt.
Wer ehrlich zu sich selber ist und sich nichts vormacht über seine Stärken und Schwächen, der mag sehr häufig über sich selbst verzweifelt sein. Wie mag es unter diesen Bedingungen ein gerechtes und friedvolles Leben geben? Wie mag es unter diesen Bedingungen möglich sein, im Gespräch mit Gott zu bleiben? Wie ist es unter diesen Bedingungen möglich, dass Gott uns in Liebe zugewandt bleibt und uns nicht verwirft oder endgültig aufgibt? Was eigentlich unmöglich ist, wird ermöglicht durch Gott selbst.
Der 130. Psalms rechnet ganz und gar mit einem gnädigen Gott. Er wendet sich an einen Gott, der sich seiner Schöpfung, insbesondere seinen Menschen, in Liebe zuwendet. Er weiß davon zu berichten, dass wir unser Leben einem liebenden Gott verdanken, der uns gewollt hat, ja uns beim Namen kennt! und der sich uns immer wieder neu liebevoll zuwendet.
Das war die gute Botschaft damals, das ist die gute Botschaft heute: Obwohl wir so sind wie wir sind, trotz aller Schäden und allen Versagens, trotz aller Sünde: Neuanfänge sind möglich. Wir brauchen nicht zu resignieren, wir brauchen nicht aufzugeben. Denn Gott gibt uns nicht auf. Er setzt auf unsere Veränderung. Nicht mit einem Schlag und ein für allemal, aber immer wieder und auch so, dass wir besser und unser Leben besser werden kann. Sind wir also nüchtern in der Betrachtung unserer Möglichkeiten und Unmöglichkeiten. Vor allem aber: Vertrauen wir auf den Gott, der uns in seiner Liebe nicht aufgeben wird.
Gott gibt niemanden auf
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