| |
Such, wer da will
Im Mai werden in der evangelischen Kirche viele Jugendliche konfirmiert. Und irgendwie passt das ja auch. Der Mai ist der Monat des Aufbruchs, des Neuanfangs.
Im Mai werden in der evangelischen Kirche viele Jugendliche konfirmiert. Und irgendwie passt das ja auch.
Der Mai ist der Monat des Aufbruchs, des Neuanfangs. Die Bäume werden grün, die Natur beginnt von vorne, es ist eine neue Zeit im Jahr.
Auch für die Jugendlichen bricht eine neue Lebensphase an, wenn sie so 13/14 Jahre alt sind. Sie sind, bzw. kommen in die Pubertät, die schwierigste Phase in ihrer Entwicklung. Weil sie sich in dieser Zeit ganz anders erleben. Auch wenn sie es abstreiten, brauchen sie gerade dann Begleitung und viel Unterstützung. Familientherapeuten behaupten sogar, dass ein Jugendlicher in der Pubertät mehr Zeit der Eltern braucht als ein Dreijähriger. Aber wie kann so eine Begleitung aussehen, wie eine Unterstützung? Was gibt man einem jungen Menschen in dieser Lebensphase mit auf den Weg?
In einem Konfirmationsgottesdienst, hat der Pastor den Jugendlichen ein Lied mit auf den Weg gegeben. Es war quasi ein Gebet für die Jugendlichen, ein Wunsch und ein Tipp. Es war ein Lied von Georg Weissel aus dem 17ten Jahrhundert. Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden. Mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christus sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden.
Das Herz soll allein darauf bedacht sein, sich auf Christus zu gründen. Ist das ein Wunsch, um glücklich zu werden? Das soll Jugendlichen helfen? Ziemlich weltfremd, der Herr Pastor oder? Denn da gibt es doch andere Sachen, mit denen das doch wohl besser klappen kann. Bestimmte Markenklamotten, mit denen man hip angezogen ist. Coole Songs mit coolen Texten. Kino, Discos, Urlaub. Aber auch Freunde, die mit einem durch dick und dünn gehen und bei denen man sich ausheulen kann über Eltern, Lehrer und doofe Freunde. Ein Elternhaus, das hinter einem steht, wenn es im Leben drunter und drüber geht. Ein Vater, eine Mutter, die Verständnis zeigt, wenn man über die Stränge geschlagen hat. Vielleicht auch ein Haustier, ein Hund, eine Katze, ein Pferd, für das man Verantwortung übernimmt, sich sorgt, den man lieb haben und kraulen kann. Die Schule, der Verein, in dem man lernt, mit Erfolgen und Niederlagen fertig zu werden. Oder einfach, sich das erste Mal bis über beide Ohren zu verlieben. All das wartet auf die Jugendlichen, all das kann glücklich machen.
Und da kommt der Pastor und lässt singen: Such, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden. Mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar, sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden Steile Sätze, die Georg Weissel da vor gut 250 Jahren geschrieben hat. Jesus lügt nicht, Jesus hat immer logisch und nachvollziehbar gehandelt, seine Worte verändern Leben und sind klar formuliert. Ihm soll der Mensch nachfolgen und so glücklich werden und seine Seligkeit zu finden
Vielleicht schließt ja das eine das andere nicht aus. Vielleicht gibt es zu den Markenklamotten, Discobesuchen, Freundschaften, kurzum zu den wichtigen menschlichen Dingen und Beziehungen noch eine andere Dimension, die auch wichtig sein könnte? Etwas, das einen anderen, festeren Halt gibt. Auch, wenn ein Mensch in Not kommt.
Such, wer da will Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben. Hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Und wird das Heil durch ihn zuteil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. Jesus ist der Mann, der in der Not helfen kann. In der Not: Das heißt, wenn ich krank bin, keine Arbeit mehr habe, mit meiner Familie im Streit liege oder wenn es ans Sterben geht. Oder auch, wenn ich mich mühe und mühe und trotzdem keinen Ausbildungsplatz bekomme. Gerade wenn die Not groß ist, braucht man eine Hilfe, einen Nothelfer, wie der Liederdichter hier schreibt.
Und er sagt, es gibt viele solcher Nothelfer. Zumindest bieten sich viele als Nothelfer an. Aber manche machen die Not sogar noch größer als sie vorher war: Alkohol ist der Sanitäter in der Not hat vor Jahren einmal ein junger deutscher Liederdichter getextet. Und damit klar gemacht, dass man sich seine Nothelfer sehr genau anschauen muss.
Woran dein Herz hängt, das ist dein Gott sagte schon Martin Luther. Und er meint: Schau genau hin, ob du dich und dein Leben möglicherweise statt Gott bloß einem Götzen anvertraust. Oder mit den Worten des Propheten Jesaja:
Mit wem wollt ihr denn Gott vergleichen? Oder was für ein Abbild wollt ihr von ihm machen? Der Meister gießt ein Bild, und der Goldschmied vergoldet's und macht silberne Ketten daran. Wer aber zu arm ist für eine solche Gabe, der wählt das Holz, das nicht fault, und sucht einen klugen Meister dazu, ein Bild zu fertigen, das nicht wackelt. Wisst ihr denn nicht? Hört ihr denn nicht? Ists euch nicht von Anfang an verkündet? Habt ihrs nicht gelernt von Anbeginn der Erde? Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen sind wie Heuschrecken. Er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt. Er gibt die Fürsten preis, dass sie nicht sind und die Richter auf Erden macht er zunichte. Mit wem wollt ihr mich also vergleichen, dem ich gleich sei? spricht der Heilige.
Mit wem kann Gott in seiner Allmacht verglichen werden? Wer kann ihm gleichen? Kein Mensch kann ein etwas machen, das ihm gleicht. Etwas, das dauerhaft, kräftig, stabil bleibt. Das nicht sofort ins Schwanken kommt bei den Erschütterungen, die dass Leben so mit sich bringt. Da müssten sich die Götzen als Nothelfer bewähren - und sie tun es nicht. Sie kommen oft genug selbst ins Wackeln. Es sind Nothelfer, die uns doch nichts erworben, wie der Lieddichter hier sagt.
Also : Ach, such doch den, lasst alles stehn, die ihr das Heil begehret. Er ist der Herr und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund; sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. Sucht ihn, sucht den Herrn, ruft Georg Weissel den Menschen zu. Denn er ist der Herr und sonst keiner. Er ist der wirkliche Helfer in aller Not. Er ist der Fels, ein Fundament, auf dessen Grund ein Leben gebaut werden kann. Und nicht auf Sand, der einem Menschen unter den Füßen wegrieselt.
Und dann wenn solch ein Halt, ein solches Fundament im Leben gefunden ist, dann soll Jesus es auch bleiben. Dann sollen keine falschen Eitelkeiten an seine Stelle kommen. Keine Ich hab noch nie jemanden gebraucht-Mentalität, keine Selbstüberschätzung oder falsche Scham. Mit Jesus als Grund und Ziel meines Lebens, wird die wahre Freudensonne über meinem Leben strahlen.
Mein's Herzens Kron', mein Freudensonn ... stets fest zu glauben
Such, wer da will
|