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Veränderung
Autor: In den letzten Monaten hat mich dieser Werbespot im Fernsehen immer wieder fasziniert. Klar zunächst einmal die Bilder: ein Mann geht zielstrebig durch seine Wohnung
dreht die veralteten Möbel um und lebt sofort in modernem Ambiente. Aus dem älteren Wohnhaus wird ein moderne Villa, die alte spießige Couch ist plötzlich ein Designersofa und selbst Menschen lassen sich generalüberholen. Neues Leben innerhalb von Sekunden: Der Zerknirschte ist plötzlich zufrieden, aus dem Griesgram wird ein sunnyboy. Und dann die Werbebotschaft: Wenn Du besser leben willst- ändere was!
Autor: Gefällt mir. - Nein, nicht das Auto, das ich da kaufen soll. Sondern die Entschlossenheit, mit der zu Werke gegangen wird: Was mich nervt, wird abgestellt! Was mir nicht mehr gefällt, ist sofort weg. Vom alten Leben ins neue innerhalb einer Sekunde. Rundumoptimierung ohne Probleme. Besser leben -von jetzt auf gleich-. Solche Entschlusskraft wünschte ich mir. Für mich selbst. Für Mitmenschen auch. Und vor allem: solch zügige Umsetzung würde ich auch gern erleben - in meinem Leben. Denn da bin ich bei einigem Nachdenken dann doch schnell raus aus der Werbewelt und auf dem Boden meiner Realitäten. Im Alltag ist Veränderung ja doch ein hartes Geschäft. Vorsätze halten meist nicht lange. Man erreicht die selbstgesteckten Ziele so selten und bleibt der Alte trotz aller Verjüngungsversuche.
Wie sagt der Apostel Paulus: Sprecher: Wir bringen es zwar fertig, uns das Gute vorzunehmen; aber wir sind zu schwach, es auszuführen. Wir tun nicht das Gute, das wir wollen, sondern gerade das Böse, das wir nicht wollen. Von dieser Gesetzmäßigkeit wird unser Leben bestimmt.
Und so fühle ich mich auch manchmal. Erkennen, wo man hin will. Für sich klar haben, was man verändern will, und sich dann doch immer wieder da vorfinden, von wo man eigentlich weg wollte. Und wenn mal Veränderung spürbar oder erkennbar ist, fällt sie oft so viel kleiner aus, als erhofft und gewünscht. Schneckentempo statt großer Sprünge. Alter Adam statt neuer Mensch. Nur mühsam verändert sich der Mensch - und zu oft - gar nicht. Mir ist zu meinem eigenen Trost in den letzten Jahren bewusst geworden, dass ich über diesen Befund nicht resignieren muss. Ich kann trotzdem gelassen bleiben. Und gelassen leben. Geduldig sein mit mir selbst. Ich brauche nicht perfekt zu sein oder zu werden, auch wenn Werbung und Zeitgeist es von mir fordern. Ich bin bei Gott gewollt und angenommen - auch mit allen Fehlern und in all meinen oft engen Grenzen. Ich brauche mich deshalb nicht dauernd unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen, anders sein zu müssen. Meine Defizite möglichst schnell abzustellen. Ein anderes Leben zu leben.
Ich darf mich zuallererst einmal so annehmen wie ich bin. Gelassen bleiben - und geduldig sein mit mir selbst. Und nebenbei: auch mit anderen. Heute zum Beispiel. In Worten des Apostels Paulus: Sprecher: Ihr habt doch keinen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht! Ihr habt doch einen Geist empfangen, der euch zu Kindern Gottes macht. Wo aber der Geist Gottes ist da ist Freiheit.
Veränderung
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