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Die Frauenkirche zu Dresden
Einen Wunsch habe ich noch in meinem Leben!Der Mann, der das gesagt hat, ist 70Jahre alt. Ich mag ihn. Er ist immer freundlich. Aber hinter oder vielmehr in seiner
freundlichen Art steckte spürbar noch etwas anderes: die harte Erfahrung des Zeitzeugen. Der Mann ist in Schlesien und hat erlebt, wirklich erlebt, was ich nur aus dem Fernsehen und aus Büchern kenne: fallende Bomben, endlose Trecks auf der Flucht über gefrorene Flüsse, wie Menschen zu Tieren werden, wenn es um das nackte Leben geht
Einen Wunsch habe ich noch in meinem Leben. Nach Dresden möchte er noch einmal fahren, in die Frauenkirche. Das ist die Kirche, die am Ende des Zweiten Weltkriegs völlig zerstört wurde. Noch vor zehn Jahren war da nur ein Schutthaufen. Aber eine Handvoll Menschen setzte sich für den Wiederaufbau ein. Und aus den Trümmern heraus wurde eine neue Kirche aufgebaut, in atemberaubender Geschwindigkeit, unter Aufbietung aller Kräfte und technischer Möglichkeiten, finanziert aus Spenden von überall aus der Welt, ja gerade aus den Ländern, die damals unter Nazi-Deutschland grauenhaft zu leiden hatten.
Einen Wunsch habe ich noch in meinem Leben. Die Frauenkirche in Dresden will er noch einmal sehen, wo man ein neues Blatt aufgeschlagen hat, ohne das alte zu vergessen oder zu zerreißen. Diese Kirche, die vor dem Hintergrund grauenhafter Erfahrungen trotzdem von Versöhnung spricht, von Hoffnung und Zukunft. Mag der Medienrummel um diese Kirche mittlerweile abgeklungen sein. Egal. Wir fahren dahin.
Sprecher: Michael Birgden
Die Frauenkirche zu Dresden
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