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In Gottes Händen
Da hatte der liebe Gott seine Hand im Spiel, so sagen wir, wenn es noch einmal glimpflich ausging. Gott hat seine Hand im Spiel was heißt das?
Gibt es so etwas und kann man sich darauf verlassen?
Eher halten wir uns an handfeste Realitäten. Tatsachen zählen. Fakten, Fakten, Fakten und bitte so, dass sie auch gut recherchiert und beweisbar sind. So wichtig das ist, mir reicht das nicht. Das genügt mir nicht zum Leben. Ich bin anspruchsvoller. Ich will mehr vom Leben haben. Nicht nur von der eigenen Hand in den Mund leben. Nicht nur leben von dem, was ich in der Hand habe; nicht nur vertrauen auf das, was ich begreife und wofür ich selber meine Hand ins Feuer legen würde.
Ich hoffe auf eine Hand, die mich in meinen Abstürzen auffängt, die sich in unsicherem Gelände auf meine Schulter legt, die mich in der Kälte wärmt, die im Dunkel meine Hand fasst, die mir in Unsicherheit den Rücken stärkt.
Das alles kann mir, wenn ich viel Glück habe, von einem anderen Menschen geschehen, Freund, Freundin oder gar von einem Menschen, der mich liebt. Das ist gut. Ein Riesenglück. Leider auch zerbrechlich. Wie am Ende Marmor, Stein und Eisen auch. Und wenn der Schlagersänger Drafi Deutscher in seinem Hit doch recht behält: Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht...? Dann vielleicht deshalb, weil da eben doch ein anderer seine Hand im Spiel hat. Der nämlich, der mich diesen anderen Menschen finden ließ. Schicksal, Zufall, Fügung? Vielleicht nennen Sie es so. Ich denke da wirklich lieber an Gott und seine Hand. Denn das ist schon eine Gottesgabe, eine solche Hand, eine liebende Hand zu finden, die sich nicht zurückzieht.
Gott hat seine Hand im Spiel hat Gott überhaupt Hände? Für die Bibel ist das keine Frage. Wie denn auch? Sollte der, der die Liebe erfunden hat, nicht Liebe üben? Und sollte der, der die Hände erschaffen hat, nicht Hände haben? Nein, nicht Menschenhände. Aber wie ein Mensch, der mit zwei Händen gesegnet ist, diese auch ganz selbstverständlich gebraucht, eben handelt, so selbstverständlich redet die Bibel auch von Gottes Händen. Ein Satz aus der Bibel fällt mir ein, Jahrhunderte alt. Aber sehr anschaulich: Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet.
Das lässt Gott von sich sagen in einer Zeit als sein Volk meint: Gott? Ach Gott, der ist weit weg, so ungreifbar. Der hat uns fallen lassen, im Stich gelassen in einer Welt harter, unbarmherziger Tatsachen. Gott ist auf und davon. Er hat den Zugriff verloren, er hat seine Hand weggezogen.
In die Kapitulation vor den gnadenlosen Fakten lässt Gott sagen: In meinen Händen steht etwas! Ich habe es vor Augen: Du stehst darin, du stehst in meiner Hand. Ich vergesse dich nicht.
Gott verlieren und einsam auf dieser Erde zu leben, sich von Gott und aller Welt verlassen vorkommen - das kann einsam machen und todtraurig, manchmal auch wütend und aggressiv. Doch nun wird mir dagegen gehalten: Du bist umgekehrt Gott noch längst nicht abhanden gekommen. Er hat dich in seine Hände gezeichnet, eingraviert, für immer. Er kann und will dich nicht vergessen. Er bringt seine Hand immer wieder ins Spiel und dann und wann merkst du es auch.
In Gottes Händen
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