Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

12.04.06, 11-12 Uhr, Gernot Hoersch

Glauben im Nebel

Mein Kollege Dan fragt mich öfter mal so nach meinem Glauben, zieht mich dann so ein bisschen auf und sagt: „Wie kannst Du an etwas glauben, dass schon so lange her ist?“

Das ist tatsächlich nicht leicht ihm das auf den Punkt zu erklären.

Da gucke ich so raus und wir gucken von unserem Büro aus auf den Düsseldorfer Fernsehturm.  Das ist ein wahnsinniger Blick.  Nur an dem Tag war es richtig nebelig.
Man konnte den Turm überhaupt nicht mehr sehen. Man konnte nur ganz unten drei, vier Meter sehen, aber der Rest verschwand in der Nebelwand.

Da sage ich: „Dan! Siehst du den Fernsehturm da vorn?“ Und er sagt: „Nein, natürlich sehe ich den nicht.“ Ich sage: „Glaubst Du, dass er ist noch da?“ Und er sagt:: „Ja, sicher ist er noch da!“ Ich sage: „Wie kannst Du sicher sein? Du siehst ihn ja nicht.“

Und er sagt: „Ja, aber ich sehe das unterste Stück.“ Und  ich sage: „Aha! Und weil du das siehst, glaubst du auch, dass der Rest auch da ist. Und so ungefähr ist das auch mit meinen Glauben. Ich kenne auch kleine Stücke, z.B. ein 2000 Jahre altes Buch. Oder eine besondere Situation, in der ich was von Gott erkannt habe. Und diese kleine Stücke,  die zeigen mir. Dass es da noch was größeres gibt. Und daran glaube ich.“

Sprecher: Gernot Hoersch

Audiobeitrag Glauben im Nebel


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