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Sind Träume Schäume
Ich bin aufgewacht und hatte so ein Gefühl im Bauch, das mir sagte: fahr gleich ins Krankenhaus. Kaum war ich angezogen, klingelte das Telefon, ich solle schnell kommen,
meiner Mutter ginge es schlechter. Ich war unruhig. Hatte da so ein Gefühl. So als wenn irgendetwas nicht stimmt. Ich dachte, da fahre ich lieber noch mal zurück. Und das war gut. Da lag mein Mann auf dem Boden und konnte nicht mehr alleine aufstehen. Menschen erzählen mir von solchen Erlebnissen. Sie sind einem inneren Gefühl gefolgt oder einem Gedanken, der ihnen gekommen ist. Und sie konnten dadurch Schlimmeres verhindern. Manche sind auch ganz verzweifelt, weil sie eben nicht auf die innere Stimme gehört haben und zu spät gekommen sind. Und machen sich ewig Vorwürfe. Ich kenne solche Bauchgefühle, solche Eingebungen, von denen man nicht weiß, woher sie kommen, die einen aber irgendetwas ahnen lassen. Die Bibel kennt sie auch. Sie sieht bei solchen Erlebnissen Gott am Werk. Er wirkt auch durch Träume und Ahnungen in unserem Leben und zeigt uns auch dadurch den Weg.
Durch Träume lassen sich viele biblische Gestalten leiten. Durch Träume, in denen ihnen Gott begegnet ist. In denen er ihnen meist in Gestalt eines Engels den nächsten Schritt gezeigt hat. So war das auch bei Josef und seiner jungen Familie.
Wach auf, wach auf, wir müssen los. Die finden uns hier. Maria kommt nur allmählich zu sich und macht sich bewusst, wo sie war. In Bethlehem, ja, in ihrer armseligen Unterkunft. Aller Besuch war weg. Endlich hatten sie ein paar Tage Ruhe. So gut geschlafen hatte sie nicht mehr seit der Geburt ihres Kindes. Josef schüttelt sie. Pack alles zusammen, nimm das Kind, wir müssen los. Ich hatte einen Traum. Ich habe genau gesehen, was uns blüht. Ein Engel ist mir erschienen und hat mir gesagt: Nimm deine Frau und dein Kind und flieh nach Ägypten. Bleib dort, bis ich dir sage, dass ihr wieder zurückkommen könnt. Denn sie suchen nach eurem Kind, wollen es umbringen.
Sie fliehen und haben Glück, werden in Ägypten aufgenommen und leben eine Zeitlang im Exil. Leicht ist es sicher nicht, sich an die andere Sprache und Kultur zu gewöhnen. Manchmal sind sie wohl schon da die Zweifel, ob das der richtige Weg war. Ob Gott wirklich mit ihnen war? Und wieder träumt Josef. Diesmal sagt ihm der Engel: Kehr zurück, die Gefahr ist vorbei, Ihr könnt wieder in die Heimat. Sie brechen auf nach Hause. Bekommen unterwegs im Traum noch mal die Weisung von Gott, die Marschroute zu ändern, um ganz sicher zu sein. Aber dann in Nazareth sind sie sicher. Endlich angekommen!
Diese Geschichte beschreibt, wie es einem immer wieder einmal gehen kann. Bestimmte Wege werden wir geführt. Wir spüren, da geht es lang. Dazu gehört, dass man sich an bestimmten Weggabelungen immer wieder neu orientieren muss. Neu auf sein Inneres lauschen. Und es gehört dazu, dass man nicht immer so ganz zweifelsfrei sagen kann, ob nun Gott am Werk ist, oder ob man sich etwas einbildet. Solche Zweifel werden auch Josef gekommen sein, auch wenn davon nicht berichtet wird. Spätestens als bei der Rückkehr nicht alles so gefahrlos abging. Ich kenne sie jedenfalls, diese Zweifel. Gerade, wenn etwas nicht so glatt geht. War das jetzt die richtige Entscheidung? Oder habe ich mir da etwas vorgemacht?
Gott führt uns eben nicht wie eine Marionette an einer Schnur dahin, wo es langgehen soll. Eher schaltet er sich an wichtigen Punkten in unserem Leben ein. Wichtig ist es, offen zu sein für das, was er uns sagen oder mitteilen möchte. Für den nächsten Schritt, den er uns rät.
Josef ist jedenfalls seinen Eingebungen gefolgt und Maria auch. Das hat ihn und seine Familie gerettet.
Sind Träume Schäume
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