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Du bist eine Wohnung Gottes
Zeitungsannoncen studieren, Angebote einkreisen, Besichtigungstermine vereinbaren, sich für die richtige Wohnung oder das richtige Haus entscheiden, ausmisten,
jede Sache, die man besitzt, einmal in die Hand nehmen, Kisten kaufen, Kisten packen, sich ums Umzugs-Auto kümmern, alles in die neue Wohnung schaffen, die alte Wohnung übergeben, die Helfer verabschieden, die Wohnung einrichten und schließlich sich in ihr einleben. Jeder hat ja eine andere Weise, sich einzuleben. Die einen wohnen Wochen lang mit ihren Umzugskisten zusammen, ohne sie auszuräumen. Andere haben schon in der alten Wohnung ausgemessen, wo in der neuen Wohnung, was wie hinkommt. Sie sind nach zwei Tagen komplett eingerichtet, samt Wandbildern und Deckenlampen.
Wichtig für das Sich-Einleben sind aber sicher für die meisten eine Wohnung, in der sie sich wohl fühlen können – und sei sie noch so klein - und ein guter Umzug, ohne Macken in Möbeln und Seelen. Schwer fällt das Einleben, wenn man sich nicht wohl fühlt im neuen Heim. Und das hat vielerlei Gründe. . Kurz: Wie man wohnt, ist eine entscheidende Frage.
Der Apostel Paulus greift dieses Bild des Wohnens im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth auf und deutet es um, wenn er schreibt: „Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1. Korinther 3,16)
Paulus redet eindringlich. Denn seine Zuhörerinnen und Zuhörer scheinen es nicht zu wissen, weil sie eben nicht nach dem Motto handeln: Der Geist Gottes wohnt in euch! Für mich heißt das übersetzt: Glaub es endlich, du bist tatsächlich die, in der der Geist Gottes zuhause ist. Warum in Gottes Namen, verhältst du dich dann nicht dementsprechend? Der Geist Gottes wohnt in dir, es ist nicht egal, wie deine Hütte aussieht. Räume auf, damit er bleibt, damit er sich wohl fühlt.
Liebe Hörerin, lieber Hörer, wohnen heißt leben. Es ist nicht egal, wie unsere Wohnung aussieht, weil sie immer Ausdruck von dem ist, was wir sind. Genauso wie es nicht egal ist, wie wir mit uns selber umgehen. Denn wir Menschen sind eine Wohnung. Eine Wohnung, in der der Geist Gottes wohnt und lebt.
Dieser göttliche Bewohner führt mich in meinem Leben so, dass ich mich heimisch fühle in der Welt. Mit ihm als Hausgenossen, geht Glanz von meiner Hütte aus – andere spüren: Hier sind Wärme und Respekt, Liebe und Gerechtigkeit zu Hause. Doch oft ignoriere ich den Heiligen Geist, sperre ihn ein in eine dunkle Kammer, mache ihn mundtot. Dann wird´s schnell ungemütlich. Ich zermartere mich selbst, ich tue Dinge, von denen ich weiß, dass sie mir schaden, ich führe Beziehungen, die mir die Kraft rauben, ich zwinge andere, Dinge zu tun, die ich selbst niemals tun würde.
Viele schmerzliche Erfahrungen könnte ich mir ersparen: wenn ich meinem Hausgenossen, dem Geist Gottes, genauer zuhören würde. Wenn ich ihm sagte: Gestalte mein Haus mit, damit ich etwas vom göttlichen Glanz ausstrahle. Dann ist nicht nur der Geist Gottes selbst gern bei mir zu Hause, sondern dann kommen auch viele andere zu Besuch. Und ich selbst fühle mich wohl.
Falls Sie, liebe Hörerin, lieber Hörer, den Geist eingesperrt und vergessen haben sollten, holen Sie ihn aus seinem Gefängnis und geben Sie ihm Raum, damit Ihr Lebenshaus wieder in Gottes glänzendem Licht erstrahlt und Sie wieder einladend wirken – auf sich selbst und andere.
Ihre Judith Uhrmeister aus Düsseldorf.
Du bist eine Wohnung Gottes
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