Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

30.06.12; Beate Raguse

Murat is vom Maat

„Murat is vom Maat.“ steht fettgedruckt über dem Artikel in der Stadtteilzeitung. „Ooops“, denke ich, „seit wann sind die zweisprachig und was soll das heißen?“

In schönstem Zeitungsdeutsch wird da berichtet, dass Murat Demiz, Keyboarder einer Gladbacher Band und somit eine Art lokaler Promi, geheiratet hat.

Ich kenne Murat. Er hat vor zehn Jahren Zivildienst bei uns im Kindergarten gemacht. Ein netter Typ, freundlich, aufmerksam und –charmant, dazu mit seinen dunklen Haaren, der leicht gebräunten Haut und den braunen Augen extrem gutaussehend.  Keine Frage, Murat ist attraktiv. Und wenn ich ihn in den letzten Jahren ab und an getroffen habe, dann meistens mit neuen Frau an seiner Seite.

Und jetzt hat er die Eine gefunden. Die, mit der er zusammenbleiben will. Obwohl äußerst erfolgreich im Flirten, war Murat schon mit 18 klar, dass er mal heiraten will, Familie haben. Einmal hat er seinen Opa in der Türkei besucht und erzählt, dass er später mal unter einem Olivenbaum sitzen und seinen Enkeln beim Spielen zugucken will. Wir haben ihn immer damit aufgezogen. 

Die Nachricht. „Murat is vom Maat“, heißt einfach. „Murat ist vom Markt.“ Vergeben. Ob diese Liebe hält, ich hoffe es. Aber ich bin sicher, Murat ist es ernst. Er hat sich entschieden. Er wird was dafür tun. Murat sagt „ja“ zum Leben und zur Liebe.

Sprecherin:  Alexa Christ

Audiobeitrag Murat is vom Maat


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