Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

25.02.12; Pastor Sebastian Begaße

Wie Gott ist (Psalm 23)

Er war ein schöner Mann, sehr musikalisch, gesegnet mit einer wunderbaren Stimme und ein großer Liederdichter: David.

Er machte eine glänzende Karriere - vom Hirtenjungen zum König. Und das kam so: Als Hirtenjunge besiegt David den Riesen Goliath mit einer Steinschleuder. Das spricht sich rum und er wird an den Hof des Königs Saul gerufen, um dort zu dienen. David vollbringt viele heldenhafte Taten, doch bleibt er dabei immer in Absprache mit Gott. Die biblischen Geschichtsschreiber nennen ihn darum  „einen Mann nach dem Herzen Gottes“. Das ist die eine Seite von König David und seiner glänzenden Karriere.

Auf der anderen Seite erlebt David deswegen große Nöte in seinem Leben – und stolpert auch über sein eigenes Versagen.

Wer Erfolg hat und berühmt ist, hat schnell Feinde. König Saul wird eifersüchtig auf David und will ihn darum töten. David muss fliehen und sich lange Zeit in der Wüste verstecken.

Doch David ist nicht nur Opfer, sondern auch Täter: Als er später selbst König ist, schwängert er Batseba, die Ehefrau eines Hauptmannes. Um Batsebas Mann loszuwerden, schickt er den Hauptmann in den Krieg an die vorderste Front. Und dort fällt dieser dann auch. David wird dafür von Gott hart bestraft. Der Sohn, den er mit Batseba hat, stirbt. David bereut sein Tun zutiefst.

Davids Leben war ein ständiges Auf und Ab: Eine glänzende Karriere, Einsatz für die Menschen und zugleich tiefste menschliche Abgründe. Vielleicht hat aber genau das König David zu dem genialen Liederdichter gemacht, der er war. Er schreibt – im Rückblick auf sein Leben – einen der bekanntesten Texte der Bibel: Psalm 23.
Der beginnt so: 

Sprecher: „Der Herr ist mein Hirte. Mir wird nichts mangeln.“

David war selbst Hirte, bevor er König wurde. Die Arbeit eines Hirten ist ein Knochenjob. Immer in Sorge und auf der Hut, die Herde vor wilden Tieren zu schützen.
David erlebt Gott wie einen guten Hirten, der sich um sein Leben sorgt.

David kennt aber auch Zeiten des Mangels. Er wird verfolgt, hat keine Heimat. David weiß, woran es ihm immer wieder mangelt - an Gehorsam, Vertrauen, Weitsicht. Gott half ihm immer wieder, all dies wiederzufinden. Darum schreibt David:

Sprecher: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wassser. Er erquickt meine Seele. Er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen.“

Obwohl Gott sehr genau weiß, wo David in seinem Leben heftig versagt hat, erfrischt er ihn: mit Essen, mit guten Freunden und Bewahrung in der Zeit der Verfolgung. David zweifelt trotzdem immer wieder an Gott. Vor allem, als er krank und depressiv ist und Angst vor dem Tod hat. Doch am Ende kennt er niemand besseren als Gott, bei dem er sich mit seiner Angst bergen könnte - und vertraut weiter:

Sprecher: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, so fürchte ich kein Unglück. Denn du bist bei mir, Gott. Dein Stecken und Stab trösten mich. Du deckst vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.“

Davids Feinde – sie umzingeln ihn mehrfach in seinem Leben. Im Beisein seiner Feinde aber steht Gott zu David. Im Beisein der Feide wird David von Gott gesegnet und gesalbt.

Und so schließt David sein Psalmgebet am Ende zuversichtlich ab:

Sprecher: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang. Und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.“

David ist sich in der Rückschau auf sein Leben sicher, dass Gott auch nach seinem Tod sein Hirte bleibt. Und er eine ewige Wohnung bei Gott hat. Eine Heimat, die ihm keiner mehr nehmen kann.

Von dem Vertrauen, das David in Gott hatte, möchte ich mir heute ein Stück abschneiden. Das wünsche ich Ihnen, dass Sie sich heute – so wie David – fest auf Gott verlassen.

Ihr Pastor Sebastian Begaße aus Dortmund

Audiobeitrag Wie Gott ist (Psalm 23)


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen