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Den Grenzen Frieden
„Ich muss lernen, mit meinen Grenzen zu leben“, sagt meine Freundin. Sie ist krank, seit kurzem fällt ihr das Atmen schwer, das Laufen macht Mühe.
Doch sie sitzt japsend auf der Bettkante erzählt vom Ausflug am Wochenende und schmiedet Pläne. Ein Picknick im Wald würde ihr Spaß machen. Und ich solle doch mal mitüberlegen, was man für einen Wellness-Tag in den eigenen vier Wänden braucht. Ich bin beeindruckt. Kein Lamentieren, kein Hängen am Vergangenem, sondern Planen und das mit deutlichem Spaß.
Später auf dem Nachhauseweg geht mir die Situation noch nach. Ich denke daran, was sie gesagt hat. „Ich muss mit meinen Grenzen kreativ umgehen.“ Und mir fällt ein Satz aus einem Psalm ein. „Gott schafft deinen Grenzen Frieden“, in Psalm 147 steht er.
Es ist ein Wort, das ich erst vor kurzem zum ersten mal bewusst gehört habe. Bezeichnenderweise bei einer Fortbildung zum Thema „burn-out“, dem Ausgebranntsein. Jenem Zustand der seelischen oder körperlichen Erschöpfung, unter dem heute viele Menschen leiden. Einer Fortbildung, in der viel von Ansprüchen die Rede war, von Machbarkeit und immer wieder auch von den sogenannten „persönlichen Grenzen“, wie der Grenze der Belastbarkeit oder der körperlichen Grenze. Von Menschen, die bis an ihre Grenzen gehen, sie ausloten, von solchen, die sie überschreiten. Die immer mehr wollen für sich und ihre Familien und nicht mehr merken, wie die Kräfte weniger werden. Die sich selbst und andere überfordern, weil sie meinen, nur das Beste sei gut genug. Achten Sie auf ihren Körper, akzeptieren Sie es, wenn Sie müde werden, raten Psychologen. Schließen Sie Frieden mit ihren Grenzen.
Die Bibel rät, sich an den zu wenden, der Frieden schaffen will. Frieden auf Erden. Und der auf die Welt gekommen ist als Mensch, um uns zu sagen: Auch du darfst Mensch sein, deine Fähigkeiten entdecken, sie nutzen für dich und andere, dich entwickeln, ab und an mit deinem Gott über Mauern springen und schaffen, was du nie für möglich gehalten hättest. Und: Du wirst an deine Grenzen kommen. An Punkte, wo es nicht mehr weitergeht. Sie gehören zu dir, sie machen dich aus.
Du musst nicht abends stundenlang im Bett liegen und grübeln; was wäre gewesen, wenn ich anders reagiert hätte. Warum nur ist mir in dem Moment diese oder jene kluge Antwort nicht eingefallen? Wie habe ich gewirkt?
Gott ist Mensch geworden, deshalb müssen auch wir Menschen nicht übermenschlich sein. Wir haben Grenzen und wir tun gut daran, Frieden mit ihnen zu schließen. Das Arbeitspensum zu begrenzen, Abstriche bei der perfektionistischen Planung für die Feiertage zu machen, mit Einschränkungen fertig zu werden. Aufgaben, die ganz unterschiedlich sind und in der jeweiligen Lebenssituation alle schwer fallen. Und die wir manchmal nur schaffen, wenn wir Gott um Hilfe bitten; Gib’ meinen Grenzen Frieden.
Friede an den Grenzen, das ist die Botschaft und wenn ich meine Freundin sehe, bin ich überzeugt, das Leben wird reicher, wenn wir auf sie vertrauen.
Den Grenzen Frieden
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