Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

21.09.13; Annette Schmitz-Dowidat

Wüstenwandern

Mein Job hängt wieder mal am seidenen Faden. Ich hangele mich von Praktikum zu Praktikum und von Befristung zu Befristung.

Immerhin besser als nichts, aber eine Festanstellung scheint für mich in weiter Ferne zu liegen. Manchmal fühle ich mich wie ein Wüstenwanderer, ich ziehe von Quelle zu Quelle, komme nirgends richtig an. Und manchmal habe ich sogar Angst, auf dem Weg ins gelobte Land der Festanstellung zu verhungern.

Die Bibel erzählt, wie das Volk Israel durch die Wüste wandert. Aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit, ziehen die Menschen durch Sand und Hitze – das Essen ist knapp, viele klagen schon. Über Nacht schickt Gott das Manna, so wird erzählt. Eine Art Brot, das nach Semmeln mit Honig schmeckt. Jeder kann es aufsammeln und essen – doch für den nächsten Tag soll nichts aufgehoben werden. Nicht alle halten sich dran. Wer weiß schon, was morgen sein wird? Am nächsten Tag ist das aufgesparte Brot verdorben. Dafür gibt es neues Manna - genau so viel, dass es reicht.

Die Geschichte gefällt mir. Man kann nie wissen kann, was kommt? Na, kann man eben doch! – Wissen nämlich, dass man von Gott nicht allein gelassen wird – nicht am nächsten und nicht am übernächsten Tag. Denn das wollte Gott wohl sagen: Hey, entspannt euch! Ich bin doch morgen auch noch da! Verlasst euch nicht immer nur auf euch selbst – sondern vertraut mir!

Vierzig Jahre lang sollen sie durch die Wüste gezogen sein. Ein ganz schön langer Weg mit Gott. Und ich? Ich bleib dran. Und vertrau darauf, dass auch für mich gesorgt ist.

Sprecher: Daniel Schneider

 

Audiobeitrag Wüstenwandern


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