Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

04.09.13; Sidney Schering

Kirche für Atheisten

Die Musik ist richtig gut, die Vorträge sind spannend und die ehemalige Kirche ist immer rappelvoll:

Seit Januar findet in London am ersten Sonntag im Monat die sogenannte „Sunday Assembly“ statt – eine „Sonntags-Versammlung“. Sie wurde von den Comedians Sanderson Jones und Pippa Evans ins Leben gerufen, um ihren Mitmenschen einen Ort zu geben, an dem sie zusammenkommen und gemeinschaftlich nachdenken können. Rund 400 Menschen nehmen monatlich an der Londoner „Sunday Assembly“ teil.

Vor allem geht darum, einen neuen Gemeinschaftssinn zu stiften. Einprägsame Rituale sollen dabei ebenso helfen wie das gemeinsame Singen von Liedern, die aufbauen und inspirieren. Die neue Sonntagstradition soll dazu führen, dass die Besucher wieder „Besser leben, anderen helfen und häufiger staunen“ - so das Motto der „Sunday Assembly“.

Das Beispiel macht Schule. Seit Juli gibt es das auch in New York. Kirchenproteste halten sich übrigens in Grenzen. Und ich kann mir auch erklären, weshalb. Denn selbst wenn in der „Sunday Assembly“ niemand ausdrücklich von Gott spricht, steht sie ganz in biblischer Tradition. So heißt es im Brief an die Hebräer: „Lasst uns aufeinander achten und uns zur Liebe und zu guten Taten anspornen. Lasst uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern macht euch gegenseitig Mut.“

Sprecher/in: Daniel Schneider

 

Audiobeitrag Kirche für Atheisten


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen