Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

03.09.13; Anne Rütten

Schreibblockade

Wie hypnotisiert schaue ich auf den monoton vor sich hin blinkenden Strich in meinem Worddokument. Das ist nach wie vor leer.

Kein einziger Satz ist bisher für meine Kolumne stehen geblieben. Seit drei Stunden zermartere ich mir nun schon mein Hirn nach einer zündenden Idee.

Aber mein Kopf ist scheinbar noch leerer als die Seite vor mir. Als ich mir der Verzweiflung nahe gerade zum gefühlt hundertsten Mal die Haare raufe, erwischt mich mein Kollege Harald beim angestrengten Nichts-Tun. Ein Blick auf meinen Bildschirm und auf die vier leeren Kaffeetassen auf meinem Schreibtisch und er erkennt mein Problem sofort: „Dir fehlt die Inspiration.“

„Ja, Danke! Wo soll die auch herkommen? Den ganzen Tag mach ich doch nichts Anderes, als hier im Büro zu sitzen und mir zu überlegen, was ich schreibe“. Unglaublich positiv wie Harald nun mal ist, sagt er, dass ich das Thema halt woanders suchen soll, wenn ich hier keins finde. „Geh mal wieder raus, trink ein Glas Wein mit deiner Frau und lass dir von ihrem Tag erzählen, oder komm doch mit mir in den Abend-Gottesdienst, der fängt gleich an. Da finde ich oft, was ich brauche.“ „Auch Ideen?“, frage ich zweifelnd. Harald nickt. „Gerade die!“, ruft er und fügt im Gehen noch hinzu: „Und wenn es nicht klappt, schreibst du einfach über deine Schreibblockade.“ Es hat übrigens geklappt. Aber erstmal musste ich das hier erzählen.

Sprecher: Daniel Schneider

 

Audiobeitrag Schreibblockade


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