Der evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

15.06.13; Sebastian Richter

Brauner Kinderschutz

Glatze, Springerstiefel, Hakenkreuz-Tattoo - Nazis waren früher leicht zu erkennen. Doch die Zeiten haben sich geändert:

Auf vielen Glatzen wachsen jetzt Haare - sie tragen unauffällige Kleidung. Auch die Parolen sind leiser und irgendwie cleverer geworden. Im Internet geben sich die Rechten als Beschützer. Auf der Facebook-Seite „Deutschland gegen Kindesmissbrauch“ steht: „Ende der Kuscheljustiz“ Oder: „keine Gnade für Kinderschänder“ Ich hab‘ selbst aus Versehen auf „gefällt mir“ geklickt, weil ich nicht genau geguckt hatte...

Was dann an Bildern und Texten gepostet wird, ist genauso ekelerregend wie die Hakenkreuz-tätowierten Glatzen es einst in der Fußgängerzone waren. Leider manchmal erst auf den zweiten Blick. Aber eindeutig rechts!

Den Machern der Seite geht es gar nicht um Kinderschutz. Auch nicht um Lösungen. Es geht immer nur darum, Menschen für menschenfeindliche Parolen zu gewinnen. Beim Stichwort „Kinderschänder“ ist das leicht. Doch bald richten sich die Parolen auch gegen andere. Ich ärgere ich mich, dass ich auf den braunen Köder hereingefallen bin.

Das „gefällt mir“ habe ich längst zurück genommen. Und danach habe ich mich verloren auf den Internetseiten von terre des hommes, dem Weißen Ring und zartbitter.de. Dort steht wirklich Wissenswertes zum Thema Kinderschutz. Und hier gibt’s wirklich Hilfe.

Sprecher: Daniel Schneider

 

Audiobeitrag Brauner Kinderschutz


Druckversion

Suche

Sendungen der Woche

Sendungen am Sonntag

Sendungen im Fernsehen